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Nach zuletzt vielen Reisen durch die Welt, haben Edith und ich uns dieses Mal eine politische Bildungsreise in unserem Heimatland, durch die deutsche Hauptstadt Berlin vorgenommen. Die Reise kam auf Einladung eines Bundestagsabgeordneten zustande und wurde von dessen Büro organisiert. Auf dem Programm standen: Bundestag/Reichstag, Bundesrat, Brandenburger Tor, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Gedenkstätte Berliner Mauer, Paul-Löbe-Haus, Vertretung der Bayerischen Landesregierung in Berlin und noch einige weitere Sehenswürdigkeiten von Berlin. In Summe können wir sagen: es war für uns eine hervorragende Gelegenheit noch ein Stück mehr Einblick zu bekommen in unsere deutsche politische Landschaft und Vergangenheit und in unsere Hauptstadt. Hervorragende Referenten haben uns an den einzelnen Agendapunkten begleitet und mit uns diskutiert. Mehr dazu siehe unten. Edith und ich wünschen euch viel Spaß beim Lesen und Betrachten der Bilder.
Ich weiß, leider neige ich gelegentlich dazu eindeutig zu viel zu schreiben, deshalb werde ich mich hier zumindest bemühen mich einigermaßen kurz zu fassen und euch dennoch viele interessante Informationen und Eindrücke zu geben. Es wird mir sicher (nicht) gelingen 🙂 . Am Ende des Berichtes findet ihr übrigens auch noch viele weitere Bilder aus Berlin, über den Textteil hinaus..
Die Einladung zu dieser Reise bekamen wir über Ediths Vater, der den Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht persönlich gut kennt. Herr Rupprecht organisiert bis zu 3 mal im Jahr politische Bildungsreisen mit Gruppen bis zu 50 Personen. Die Reisen dauern typisch bis zu 4 Tagen und versuchen den Teilnehmern einen besseren Einblick in die politische Landschaft und die politische Arbeit in Berlin zu geben.
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oben: Das Brandenburger Tor hier einmal von oben gesehen.
Auch wenn 50 Personen recht viel klingt (unsere Gruppe umfasste 45 Personen), war die Reise doch so gut organisiert, dass zu keiner Zeit einer der Teilnehmer zu kurz gekommen wäre. Es bestand für jeden immer die Gelegenheit Fragen zu stellen und auch alle Informationen und Vorträge sehr gut zu verfolgen. Jeder Bundestagsabgeordnete hat ein Budget für solche Reisen und die allermeisten setzen dieses nach den Informationen des Büros von Herrn Rupprecht auch ein. Ich kann nur sagen, das ist sehr gut verwendetes Geld. Es bringt die Bürger näher an die Politik und das ist wichtig.
Unsere Gruppe ist aus der Oberpfalz angereist, dort liegt der Wahlkreis von Herrn Rupprecht. Edith und ich sind aus München direkt nach Berlin gereist und haben die Gelegenheit genutzt einen extra Nachmittag für uns dazu zu nehmen, sind deshalb bereits einen Tag vor dem Programm in Berlin angekommen.
Unseren freien Nachmittag an unserem Extra-Tag haben wir genutzt uns bereits ein wenig umzusehen. Unter anderem haben wir zur Einstimmung auf Berlin am ersten Abend die Sky Bar im 14. Stock des andel´s Hotel besucht, von dort hat man einen phantastischen Blick auf das nächtliche Zentrum von Berlin und gute Drinks gibt es dort natürlich auch.
oben: Die Sky Bar. (Zum Vergrößern einfach anklicken.)
Unser erster Programmpunkt, zum Start der organisierten Tour, war die ´Gedenkstätte Deutscher Widerstand´ im sogenannten Bendlerblock mitten im Zentrum von Berlin. Natürlich kennt jeder von uns einige Fakten des deutschen Widerstands aus der Zeit des Dritten Reiches und hat schon öfter Berichte gelesen oder Filme darüber gesehen. Erst 2008 hat zum Beispiel Hollywood das Thema wieder aufgegriffen und mit Tom Cruise den Film ´Operation Walküre´ über das Attentat einer Gruppe von Widerständlern um General Graf Stauffenberg am 20. Juli 1944 gedreht. Deshalb haben wir an dieser Gedenkstätte eigentlich nicht so viel Neues für uns erwartet. Und wurden sehr positiv überrascht.
Die Organisatoren der Gedenkstätte haben sich sehr viel Mühe gegeben detailliert zu zeigen, wie sich chronologisch der Widerstand gegen das Nazi-Regime durch die Zeit des Dritten Reiches gezogen hat, bis er schließlich mit dem Zusammenbruch Deutschlands sein natürliches Ende fand. Es wird dort auch sehr viel Wert darauf gelegt, zu zeigen, wie viel Widerstand es gab und darauf hinzuweisen, dass General Stauffenberg nur einer von sehr vielen war, die unter Einsatz und häufig opfern ihres Lebens versucht haben das Regime der NSDAP zu beenden.
Auch München spielt als Handlungsort dabei natürlich eine große Rolle, Hitler hat hier seinen politischen Ausgangspunkt gehabt und sich sehr oft hier gezeigt und bewegt. Ein Spruch der bekannten Widerstandsverbindung ´Weiße Rose´ von 1942 war: „Jeder einzelne Mensch hat einen Anspruch auf einen brauchbaren Staat…“ Das sollten sich gerade in unserer Zeit manche Herrschende in verschiedenen Ländern der Welt zu Herzen nehmen. Die verschiedenen Attentate und Widerstandsbewegungen in München wurden von unserem Referenten, Herrn Lucht, äußerst facettenreich erklärt und sehr interessant dargestellt. Ein großes Kompliment an Herrn Lucht für seine spannenden Berichte und die Diskussion.
Die Darstellung der Vielfalt des leider erfolglosen Widerstands gegen Hitler gibt Edith und mir zum Einen ein gutes Gefühl. Als Deutsche tut es gut zu sehen und zu hören, dass nicht alle Menschen hinter Hitler standen und einige mit sehr viel Mut gegen ihn gekämpft haben. Andererseits ist es aber ernüchternd zu hören, dass bei regelmäßigen Bürgerbefragungen in ganz Deutschland von Ende der 40er-Jahre bis in die Gegenwart, erst seit Anfang der 2000er-Jahre die Widerstandskämpfer überwiegend positiv von der Mehrheit beurteilt werden. In den Jahren davor hat die Mehrheit der Befragten den Widerstand zunächst als unrechtmäßig gegen Deutschland agierend beurteilt. Das war für uns überraschend und irgendwie auch erschütternd, man kann es nicht anders sagen.
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Zweiter Programmpunkt unserer Tour war der Deutsche Bundesrat. Das Gebäude des Deutschen Bundesrats liegt unweit des Potsdamer Platzes und ist im Wesentlichen ein vollständig umgebautes ehemaliges preußisches Herrenhaus. Das Gebäude wurde im 2. Weltkrieg teilweise zerstört. Die DDR hat es in groben Zügen wieder aufgebaut und bis 1989 in verschiedenen Funktionen genutzt. Dabei wurden leider auch die noch erhaltenen Reste aus der Zeit vor dem Krieg so verschlissen, dass davon kaum noch etwas erhalten ist. Schöne bemalte Decken wurden zum Beispiel durch Küchendämpfe fast komplett ruiniert, viele Böden und Wände wurden so weit abgenutzt, das sie nicht mehr zu restaurieren waren. 1997 wurde der Rumpf des Gebäudes vollständig umgebaut, die verwendbaren Teile restauriert und seit September 2000 tagt hier nun der Deutsche Bundesrat.
Der Deutsche Bundesrat ist eines der 5 ständigen Verfassungsorgane der Bundesrepublik. Dazu zählen: Bundespräsident, Bundestag, Bundesregierung, Bundesverfassungsgericht und eben der Bundesrat als Vertretung der Bundesländer im Bund. Es gibt dazu übrigens eine sehr gute und informative Webseite www. Bundesrat.de. Dort sind auch sämtliche Protokolle der einzelnen Sitzungen öffentlich einsehbar und die relevanten Dokument dazu verfügbar. Mit einer längerfristigen Voranmeldung kann man auch an Sitzungen des Bundesrates teilnehmen. Das konnten wir nun diesmal nicht, hatten aber eine sehr gute Referentin, die uns in die Arbeit des Bundestages sehr anschaulich eingeführt hat.
oben: Bilder vom Bundesrat. (Zum Vergrößern einfach anklicken)
Am gleichen Tag bekamen wir auch eine seltene Gelegenheit einen Blick ins Bundeskanzleramt zu werfen. Das ist wohl nicht immer und nicht einfach möglich, unser Guide war sehr stolz darauf uns diese Gelegenheit geben zu können. Hier ist nicht nur das Büro der Bundeskanzlerin Angela Merkel, auch Kanzleramtsminister Peter Altmaier und viele Mitarbeiter der Bundesregierung arbeiten hier. Ein sehr modernes Gebäude, sehr beeindruckend. Mit sehr intensiven Sicherheitsmassnahmen, die man gut nachvollziehen kann.
oben: Das Bundeskanzleramt. (Zum Vergrößern einfach anklicken)
oben: Geschenke der amerikanischen Regierung im Bundeskanzleramt; der Sprechzettel von JF Kennedy für seine berühmte Rede „Ich bin ein Berliner“ und der Sprechzettel von Ronald Reagan für seine Rede „Mr. Gorbatschov, reissen Sie diese Mauer nieder“. (Zum Vergrößern einfach anklicken)
Die nächsten 4 Stationen unserer Tour zähle ich zu den Sehenswürdigkeiten von Berlin, die sicher die allermeisten sehr gut kennen, die man aber dennoch immer wieder gerne sieht.
Zuvorderst das Brandenburger Tor. Gibt es Tore in der Welt, die öfter fotografiert werden? Sicher nicht viele. Das Brandenburger Tor wurde 1788 bis 1791 vom preußischen König Friedrich Wilhelm II. erbaut. Es bildet das Ende des Boulevards ´Unter den Linden´, der wohl fast so berühmt ist, wie das Tor. Das bekannte Hotel Adlon liegt gleich in der Nähe des Tores. Wenn in Hollywoodfilmen Stars in Berlin absteigen, dann immer hier.
Zur DDR Zeit lag das Brandenburger Tor direkt an der Mauer im Sperrgebiet auf DDR Boden. Am 22. Dezember 1989 wurde dann dieses Kapitel der deutschen Geschichte abgeschlossen und das Tor wieder geöffnet. Ein wichtiger Moment für uns Deutsche.
oben: Bilder vom Brandenburger Tor. (Zum Vergrößern einfach anklicken)
Station 2, der Gendarmen Markt. Viele sagen: Der schönste Platz in Berlin. Und schön ist er wirklich. Mit dem Deutschen Dom, dem Französischen Dom, dem Konzerthaus und der ganzen Anlage ist es einfach wunderbar hier spazieren zu gehen, oder sich in einem der vielen Cafes eine schöne Stunde zu machen.
oben: Bilder vom Gendarmen Markt. (Zum Vergrößern einfach anklicken)
Von dort ging es weiter zum Potsdamer Platz. An diesem Platz ist kaum noch etwas von früher erhalten. Nach der Wiedervereinigung ist er quasi komplett neu erbaut und gestaltet worden. Man braucht Zeit hier, es ist viel zu sehen. Nicht nur das Sony Center mit dem stilisierten Mount Fuji-Dach.
Unsere 4te Station, ehe es wieder richtig politisch wird ist der Bebelplatz. Dieser Platz hat eine sehr traurige Geschichte. Er liegt an der Straße ´Unter den Linden´ gegenüber der Humboldt Universität. Am 5. Mai 1933 fand hier die berühmteste Bücherverbrennung des Dritten Reiches statt. Mehr als 20.000 Bücher wurden hier verbrannt. Und die Studenten der Universität waren sehr eifrig mit beteiligt. Mancher berühmte Autor musste mit ansehen, wie seine Arbeit in Flammen aufging. So auch Erich Kästner, der 1933 persönlich dort war und nicht verhindern konnte, dass seine Bücher auf dem Scheiterhaufen landeten.
Nun wird es wieder aktuell politischer. Unser nächster Punkt auf der Agenda war das Bundesministerium für Bildung und Forschung. In Blickweite des Bundeskanzleramtes und des Reichstages gegenüber, sowie des Berliner Hauptbahnhofes zur Rechten. Dieses Ministerium ist eines der sogenannten ´Bonner Ministerien´, heißt, es hat seinen Hauptsitz in Bonn und Mitarbeiter in Berlin und Bonn. In Summe arbeiten hier etwa 1000 Menschen. Das jährliche Budget des Ministeriums beträgt rund 14 Mrd €. Auch hier führen uns sehr kompetente und beeindruckend engagierte Mitarbeiter durchs Haus und erklären uns die Tätigkeiten und die Schwerpunkte des Ministeriums. Auch die Arbeitsweise zwischen Ministerium und Bundestag wird sehr gut dargestellt. Es ist interessant und immer wieder spannend zu hören, wie die deutsche Politik arbeitet.
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oben: Das ist keine Tafel, sondern ein Kunstwerk im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ein selbstständig arbeitender Tafelautomat, der die Tafel nach dem Zufallsprinzip mit wissenschaftlichen Grafiken befüllt und auch wieder löscht.
Vom Ministerium für Bildung und Forschung aus überqueren wir die Spree, unser nächster Punkt ist der Deutsche Bundestag. Jeder kennt ihn, jeder hat ihn schon mal gesehen. Viele Worte sind hier überflüssig. Andererseits.. Er ist wichtig als Symbol der neuen deutschen Regierung in Berlin. Man kann ihn nicht oft genug sehen.
Der Deutsche Bundestag ist seit dem 4. Oktober 1990 im alten Reichstagsgebäude, das 1884 bis 1894 erbaut wurde, untergebracht. An diesem Tag 1990 fand dort die erste Sitzung der neuen deutschen Geschichte statt. 57 Jahre früher, am 27. Februar 1933 begann hier mit dem Reichstagsbrand ein düsteres Kapitel für Deutschland. Und am 30. April 1945 lag hier alles in Trümmern und 2 Rotarmisten haben an einem der Türme die russische Fahne aufgezogen. Das Bild ging um die Welt und ist auch heute noch in jedem Geschichtsbuch zu finden.
Ein gutes und schönes Symbol finde ich, dass mit Sir Norman Foster nicht ein deutscher Architekt den neuen Bundestag und wiederaufgebauten Reichstag gestaltet hat, sondern jemand der aus dem europäischen Ausland kommt. Dass nun die Briten Europa verlassen wollen, ist eine besondere Pointe in diesem Bezug. Norman Foster hat eine beeindruckende Arbeit geleistet. Außen noch und wieder sehr historisch anmutend, ist der Bau innen fast vollkommen neu und in seiner Klarheit, Funktionalität und seinem transparenten Aufbau absolut begeisternd. Die 800 Tonnen schwere gläserne Kuppel mit 40 Metern Durchmesser und 23,5 Meter Höhe setzt den i-Punkt außen wie innen auf diesen Bau. Hier wird in unserer Zeit deutsche und europäische Geschichte gemacht. Nicht immer gefällt uns, was hier entsteht, aber es ist der Ort, an dem sich heute der Weg Deutschlands oft in Diskussionen und Entscheidungen ausrichtet.
Oben: Das Reichstagsgebäude, der Deutsche Bundestag. (Zum Vergrößern einfach anklicken)
Eine Station gänzlich anderer Natur ist unsere nächste: Die Berliner Mauer und die Gedenkstätte der Berliner Mauer.
Wie sagte Ulbricht ein paar Monate vor dem Mauerbau einst so nett: „Niemand hat vor eine Mauer zu bauen“. Er hat davor schon gelogen, hat mit dieser Aussage gelogen und hat danach gelogen und seine Bürger der DDR wie Gefangene behandelt.
28 Jahre lang, vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 hat die Berliner Mauer, der „antifaschistische Schutzwall“ die DDR und seine Bürger eingesperrt. Rund 200 Menschen wurden an der Mauer getötet, die genaue Zahl ist nicht bekannt. Schon das Sehen von Westfernsehen, oder das Hören von Westradio wurde in der DDR als ´geistige Republikflucht´ (das war der benutzte Begriff dafür) geahndet. Man durfte sich also nicht erwischen lassen, es war buchstäblich gefährlich für die eigene Freiheit.
Viele Menschen haben versucht die Berliner Mauer zu überwinden. Sehr wenige haben es geschafft. Hier zwei exemplarische Geschichten dazu. Eine gute und eine schlechte.
Heinz Holzapfel hat die gute geschrieben. 1963 gelang ihm mit einer Seilbahn mitten in Berlin die Flucht über die Mauer. So bizarr sich das liest, so war es auch. Holzapfel hat es geschafft in einem Arbeitstrupp für ein Gebäude direkt an der Mauer eingesetzt zu werden, dem ehemaligen Luftfahrtministerium des Dritten Reiches, einem Verwaltungsgebäude der DDR. Das Gebäude war und ist im Nazi-Stil gebaut, imposant, neoklassizistisch mit einem hohen flachen Dach. Nach einem Jahr Arbeit in dem Gebäude hat er sich mit seiner Frau und seinem 9 Jahre alten Sohn eines Abends im Gebäude versteckt und die Nacht abgewartet. Vorbereitet waren lange Seile in verschiedenen Stärken, ein schwerer Hammer und eine Laufrolle. Holzapfel hat ein Jahr lang heimlich mit seinem Hammer Weitwurf geübt. Der Hammer musste als Wurfschleppe für ein Seil über die Mauer und noch ein Stück weiter ins Westgebiet gelangen. Er hat es geschafft. Nachdem er sich mit seiner Familie nachts aufs Dach geschlichen hat, hat er den Hammer über die Mauer und den Schutzbereich auf Westgebiet geworfen. Dort wartete ein Freund. Am Hammer war ein dünnes Seil befestigt. 100m lang. An dem dünnen Seil hat sein Freund das festere Seil nachgezogen. Und an diesem Seil ist die ganze Familie an der Laufrolle hängend in den Westen gerollt. Unglaublich, nicht. Noch unglaublicher ist, er wurde dabei von 2 Volkspolizisten beobachtet. Die beiden konnten sich aber nicht vorstellen, dass dies eine Flucht ist, so professionell lief es ab. Sie hielten es für einen staatlichen Akt DDR-Agenten in den Westen zu schleussen. Die Familie Holzapfel hatte Glück.
Weniger Glück und eine der traugristen Geschichten an der Berliner Mauer hat Peter Fechter geschrieben. Am 17. August 1962, 18 Jahre alt, hat er versucht mit einem Arbeitskollegen über den Zaun, den Grenzbereich und die Mauer zu fliehen. Die beiden wollten nacheinander den Weg gehen. Sein Arbeitskollege ging zuerst und hat es tatsächlich geschafft. Nach ihm ging Peter Fechter. Er kam bis zur Mauer. Oben auf der Mauer wurde er ohne Warnung von Schüssen getroffen und fiel zurück auf DDR Gebiet. Dort blieb er liegen. Niemand kam zu ihm. Über eine Stunde lag er dort und hat geschrien. Von der Westseite haben ihm Menschen versucht Verbandsmaterial über die Mauer zu werfen. Eine Menschenansammlung hat sich im Westen gebildet und hat versucht die DDR Grenzer dazu zu bewegen ihm zu helfen. Nach einer Stunde wurden seine Rufe leiser, er ist langsam verblutet. Irgendwann hat ihn die DDR Polizei abgeholt. Angeblich hat er zu dem Zeitpunkt noch gelebt und ist später im Krankenhaus verstorben.
So grausam war diese Zeit. So grausam war dieser Staat.
oben: Einige Bilder, teils historische, von der ehemaligen Grenze in Berlin.
Unsere letzte Station war schließlich das Paul-Löbe-Haus, direkt am Reichstag. Das Haus ist ein Funktionsgebäude des Bundestages. Es wurde 2001 eröffnet. Unser Gastgeber, Albert Rupprecht, wollte uns dort mit seinem Team empfangen. 1700 Räume gibt es hier für die Abgeordneten und für verschiedene Auschüße. Leider musste Herr Rupprecht sehr kurzfristig zu einem anderen Termin, dem er sich nicht entziehen konnte, aber seine Büroleitung, eine junge Frau, Frau Heine, hat ihn sehr engagiert und sehr kompetent vertreten. Herzlichen Dank dafür.
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oben: Im Inneren des Paul-Löbe-Hauses.
Den allerletzten Punkt der Agenda, den Besuch der Bayerischen Landesvertretung mussten Edith und ich leider abkürzen. Eine weite Reise lag vor uns, 6 Stunden Autofahrt zurück nach München.
Neben der politischen Tour haben Edith und ich uns auch an jedem Tag ein interessantes privates Abendprogramm gegönnt und Berlin so wieder ein Stückchen näher kennengelernt. Es war eine anstrengende, aber sehr spannende Reise in die deutsche Hauptstadt.
Und hier noch einige Bilder bunt gemischt aus Berlin. Viel Spaß dabei. Für Fragen zu den einzelnen Punkten sind wir natürlich immer offen