5 Tage Marrakesch haben wir uns vorgenommen. Nicht Marokko, keine andere Stadt, nur Marrakesch. Wir waren beide noch nie dort, auch noch nie in Marokko. Aber die Stadt hat einen Klang. Und den möchten wir kennenlernen. Wir haben ein Hotel in der Medina gebucht, der Altstadt, nur Minuten von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. 10 Minuten westlich des Place Djamaa el-Fina, dem Platz der Gehenkten, und nahe der Kulubija Moschee.
Mehr findet Ihr unten im Text.



Bevor wir unsere Eindrücke beschreiben, hier noch etwas zur Stadt und ihrer Geschichte. Unsere Quellen sind vorwiegend Wikipedia und unser Reiseführer.
Gegründet wurde Marrakesch im Jahr 1070 durch die Almoraviden-Dynastie. Marrakesch ist also in etwa gleich alt wie z.B. München (1158). Marrakesch wurde rasch zu einer der wichtigsten Metropolen der islamischen Welt. Unter den Dynastien der Almoraviden und später der Saadier wurde Marrakesch zur Hauptstadt eines großen Reiches und erlebte eine kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit.
Viele der bedeutendsten Bauwerke der Stadt stammen aus diesen Epochen, darunter die berühmte Koutoubia (Kulubija)-Moschee mit ihrem 77 Meter hohen Minarett – ein Wahrzeichen Marrakeschs, das aus dem 12. Jahrhundert stammt. Auch prachtvolle Paläste wie der El-Badi-Palast und der Bahia-Palast sowie die prachtvollen Saadier-Gräber zeugen vom einstigen Glanz der Stadt.
Marrakesch hat heute etwa 1,1 Millionen Einwohner. Die Bevölkerung wächst weiter kontinuierlich, da die Stadt als wirtschaftliches, kulturelles und touristisches Zentrum immer mehr Menschen anzieht. Marrakesch ist die viertgrößte Stadt Marokkos, nach Casablanca, Rabat und Fès. Marokko hat in Summe ca. 37 Mio Einwohner.
Marrakesch wird auch als „die Rote Stadt“ bezeichnet, und tatsächlich sind sehr viele Gebäude der Stadt aus rotem Sandstein erbaut. Marrakesch gehört zu den bekanntesten und kulturell reichsten Städten Marokkos. Sie ist ein lebendiges Zentrum für Geschichte, Kunst, Handel und Tourismus – ein Ort, an dem sich orientalischer Zauber und modernes Leben auf einzigartige Weise vereinen. Mit ihren jahrhundertealten Bauwerken, verwinkelten Gassen, exotischen Märkten und dem Blick auf das majestätische Atlasgebirge ist Marrakesch ein Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt.







Die Stadt liegt im Südwesten Marokkos, etwa 150 Kilometer von der Atlantikküste entfernt. Sie befindet sich auf einer fruchtbaren Ebene, der Haouz-Ebene, die sich zwischen dem Hohen Atlasgebirge im Süden und Westen sowie der steppenartigen Landschaft im Norden erstreckt. Diese Lage hat Marrakesch im Laufe der Jahrhunderte zu einem bedeutenden Handels- und Verkehrsknotenpunkt gemacht. Der Flughafen von Marrakesch verbindet die Stadt mit zahlreichen internationalen Zielen und hat wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung beigetragen.
Die geografische Lage der Stadt sorgt für ein Klima, das von heißen, trockenen Sommern und milden Wintern geprägt ist. Die Temperaturen können im Sommer auf über 40 Grad Celsius steigen, während es im Winter angenehm zwischen 12 und 20 Grad bleibt. Durch die Nähe zum Atlasgebirge weht gelegentlich ein frischer Wind in die Stadt, was besonders in den heißen Monaten für Erleichterung sorgt.

Als Hotel haben wir für die kommenden 5 Tage das TUI Blue Medina gebucht. Fazit dazu im Nachhinein: Sehr gute Lage, guter Service – aber wie sagte Edith: „Magaluv für Alte“ Magaluv ist der britische Ballermann auf Mallorca, für die die es noch nicht kennen sollten.
Wir gehen gerne zu Fuß durch Städte. Und so haben wir in den folgenden Tagen ausgedehnte Wanderungen von bis zu 9 km durch die Medina gemacht.
Unseren wichtigsten Sehenswürdigkeiten waren dabei:
- Die Mellah, das jüdische Viertel südöstlich unseres Hotels
- Bab Agnaou
- Die Kasbah Moschee
- Die Saadier Gräber
- Das Restaurant La Table de Souk im Hotel Sultana
- Das Kasbah Viertel
Der wichtigste zentrale Platz in der Medina ist der Djamaa El Fna, der ‚Platz der Gehenkten‘. Ein sehr großer Platz mit vielen Marktständen, Gauklern, Fakiren mit schwarzen Kobras, sehr hübschen Cafes, und einladenden Restaurants. Sehr viele Stände an denen Fruchtsäfte frisch gepresst werden gibt es hier und das Obst ist sehr einladenden aufgebaut.






Am Abend verwandelt sich der Platz in ein riesiges Freiluftrestaurant, wo man traditionelle marokkanische Gerichte essen kann. Der Platz gehört zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO. Der Name „Djemaa el Fna“ lässt sich sinngemäß als „Versammlung der Toten“ oder „Platz der Versammlung“ übersetzen, was auf frühere öffentliche Hinrichtungen zurückgeht. Heute aber ist der Platz ein Symbol des lebendigen, friedlichen Miteinanders verschiedener Kulturen.



Moscheen gibt es in Marrakesch überall in der Stadt. Es müssen hunderte sein. Nicht mal per Google findet man eine genaue Zahl.
Der Turm der Kulubijya Moschee ist einer der höchsten und oft eine sehr gute Orientierungshilfe um nicht verloren zu gehen in den Gassen der Stadt. Er ist auch sehr gut von unserem Hotel zu sehen.




Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle für Marrakesch. Man sieht überall Kutschen für Touristen, die auch gut beschäftigt sind. Und auch die Polizei ist an vielen wichtigen Plätzen zu sehen und soll ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Und tatsächlich haben wir uns in Marrakesch auch überall sehr sicher gefühlt.
Ein besonderes Erlebnis in Marrakesch sind die Souks. Die großen Souks beginnen nördlich des Djamaa El Fna und sind ineinander übergehend, ein Gewirr von Ständen, Cafes, Restaurants, aller Art von Geschäften. Es gibt Stände für alles, von Porzellan bis Lebensmittel bis Bilder bis Schmuck …… es gibt nichts, was es nicht gibt.
Edith und ich essen gerne und haben deshalb immer einen offenen Blick für interessante Restaurants und Cafes. Ein wirklich wunderbares Restaurant ist z.B. das ‚Terrasse des Epiceres‘ mitten im Souk ein kleines Stück nördlich des Le Jardin Secret. Oder auch das ‚La Table de Souk‘ im La Sultana Hotel im Süden, in der Nähe der Kasbah Moschee.



Die Preise sind für uns überraschend leicht bis deutlich höher als in München. Eher an den Preisen von Paris orientiert. Und vielleicht ist das auch gar nicht überraschend, immerhin ist Frankreich immer noch überall präsent. 100€ für ein winziges Lunch/Snack mit 2 Getränken sind hier locker immer drin.
Das Herz von Marrakesch ist die historische Medina, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Die Medina, die Altstadt, ist ein Labyrinth aus engen Gassen. Wer nach Marrakesch kommt sollte unbedingt in der Medina übernachten. Auch unser Hotel ist in der Medina.
Neben der Koutoubia-Moschee und dem Djemaa el Fna gibt es in Marrakesch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten. Eine die uns auch gut gefallen hat ist der Jardin Majorelle: Ein botanischer Garten, der einst dem französischen Maler Jacques Majorelle gehörte und später vom Modedesigner Yves Saint Laurent restauriert wurde. Der Garten vereint exotische Pflanzen mit toller Architektur und ist ein schöner Rückzugsort vom Trubel der Stadt.



Die Koutoubia-Moschee (auch Kutubiyya-Moschee genannt) ist das bekannteste religiöse Bauwerk Marrakeschs und zugleich eines der bedeutendsten Wahrzeichen Marokkos. Sie befindet sich im Südwesten der Medina.
Die Moschee wurde im 12. Jahrhundert unter der Herrschaft der Almohaden-Dynastie errichtet, genauer gesagt zwischen 1150 und 1190. Ihr Name stammt vom arabischen Wort al-Koutoubiyyin, was „die Buchhändler“ bedeutet – da sich einst ein großer Buchmarkt in ihrer Umgebung befand.
Architektonisch gilt die Koutoubia-Moschee als Meisterwerk islamischer Baukunst im Maghreb. Sie wurde aus rötlichem Sandstein erbaut, der ihr ihre charakteristische Farbe verleiht. Besonders markant ist das 77 Meter hohe Minarett, das bis heute als Vorbild für andere berühmte Türme diente – etwa für die Giralda in Sevilla und den Hassan-Turm in Rabat.
Das Minarett ist mit filigranen, geometrischen Mustern verziert und endet mit einer goldenen Spitze aus drei Kugeln. Diese sollen laut Überlieferung ursprünglich aus purem Gold gefertigt worden sein. Der Turm ist nicht nur ein religiöses Symbol, sondern diente auch als Orientierungspunkt für Karawanen.
Die Moschee selbst ist für Nicht-Muslime leider nicht zugänglich, doch die Moschee ist auch von außen beeindruckend. Die Koutoubia-Moschee ist bis heute ein aktiver Gebetsort für Gläubige und spielt eine zentrale Rolle im spirituellen Leben der Stadt.


Die Saadier-Gräber in Marrakesch gehören zu den beeindruckendsten historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Sie stammen aus dem 16. Jahrhundert und wurden während der Herrschaft der Saadier-Dynastie errichtet, insbesondere unter Sultan Ahmed el-Mansur. Die Gräber gerieten später in Vergessenheit und wurden erst 1917 wiederentdeckt.




Das Mausoleum befindet sich südlich der Kasbah-Moschee und beherbergt die sterblichen Überreste von über 60 Mitgliedern der Saadier-Familie, darunter auch Sultan Ahmed el-Mansur selbst. Besonders bekannt ist die Halle der zwölf Säulen, ein prachtvoller Raum mit fein gearbeiteten Stuckverzierungen, Marmorsäulen und farbenfrohen Mosaiken.
Die kunstvolle Gestaltung der Gräber zeigt die hohe Blüte marokkanischer Handwerkskunst und Architektur zu jener Zeit. Obwohl das Areal relativ klein ist, beeindruckt es durch seine detailreiche Schönheit und stille Atmosphäre. Die Saadier-Gräber sind ein eindrucksvolles Zeugnis vergangener Pracht und ein beliebtes Ziel für Besucher.
So, wir hoffen einen ersten Eindruck von Marrakesch vermittelt zu haben.
Wir kämen gerne nochmal zurück. Was uns davon vermutlich abhalten wird ist die An- und Rückreise. Es gibt keine Direktflüge und wir brauchten speziell für die Rückreise fast einen ganzen Tag.
Ansonsten – Marrakesch, eine tolle und interessante Stadt!
Und hier noch viele bunte Bilder aus Marrakesch!


















