Mai 2017 – Ein Motorrad-Trip durch das schöne Irland

SktfyqDaQRKM0FrLCj%Uug_thumb_3fb2Diesmal kann ich euch, liebe Freunde, von einem Motorrad-Trip zu Viert quer durch die irische Insel berichten. Mit dabei sind mein langjähriger Freund Alfie, der die Reise für uns alle organisiert hat, sein Schwager Gordon und ein sehr langjähriger Freund von Alfie, Murray. Unsere gemeinsame Tour führt uns von Belfast aus an die irische Westküste, dann die Küste entlang nach Süden bis zum Ring of Kerry und von dort quer durch das grüne Herz von Irland zurück nach Belfast. Vier Männer auf vier Motorrädern und 5 Tage Sonnenschein und (fast) keine Wolke am Himmel – Irland von seiner allerschönsten Seite !

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Am Abend bevor wir zu unserer ersten Etappe starten, gönnen wir uns noch ein (oder2…) Bierchen im rappelvollen Hillside Pub in Hillsborough, wo Alfie wohnt, und anschließend verwöhnt uns seine Frau Isobel mit einem leckeren Essen. So gestärkt fühlen wir uns gerüstet für die Tour durch Irland. Übrigens, die Wettervorhersage ist absolut un-irisch: Es soll die nächsten Tage sonnig sein, null Regen und minimale Bewölkung. So habe ich Irland bisher auf meinen Reisen noch nie erlebt. Wir werden sehen…

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Unsere erste Etappe führt uns am nächsten Morgen von Belfast/Hillsborough direkt Richtung Westen, Richtung Sligo. Sligo ist die Hauptstadt des irischen County Sligo, am Garavogue River. Sligo hat rund 20.000 Einwohner, ein kleiner Ort an der irischen Westküste und für uns nur Durchgangsstation. Dennoch ist es schön hier einen kleinen Stopp für eine Erkundung zu Fuß zu machen und einen kleinen Imbiss. Danach wollen wir aber weiter in den ländlichen Streifen der westlichen irischen Küste.

                      Bilder oben: In Sligo

Nächster Stopp ist Ballycastle im County Mayo, etwas westlich von Sligo. Schon vor über 5000 Jahren wurde die Gegend hier besiedelt. An den Céide Fields finden sich Ausgrabungsstätten, die einige steinzeitliche und bronzezeitliche Behausungen wieder für uns heutige Touristen und Interessierte zur Besichtigung aufbereiten.

                      Bilder oben: in der Nähe von Ballycastle

Ein Stück südwestlich liegt die größte Insel von Irland, Achill Island, mit rund 146 qkm Fläche. Auch hier lebten schon vor vielen tausend Jahren Menschen. Die Landschaft ist wunderschön und wären die Temperaturen wärmer, wäre das ein exquisites Reiseziel für Strand- und Naturliebhaber.

                      Bilder oben: Achill Island

Abendessen und Übernachtung hat Alfie für uns in Westport geplant, einem 5000 Einwohner Städtchen am Südostende der Clew Bay. Am netten Hafen gibt es gutes Essen und live Musik in den Pubs, besonders im The Helm! Ein schöner irischer Abend!

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Unser zweiter Tourtag führt uns von Westport weiter südlich nach Galway und dann nach Ennis. Leider verläuft der Tag völlig anders als geplant. An meinem Motorrad gibt es kleinere Probleme, die uns fast den ganzen Tag kosten, inklusive einer längeren Abschleppaktion und einer Reparatur bei einem Rasenmäher-Spezialisten, der schon mal eine Honda Transalp XL 700 gesehen hat 🙂 . Aber am Ende gelangen wir wohlbehalten ohne dauerhafte Schäden an Motorrad und Fahrer nach Ennis und haben dort einen schönen Abend mit zwei Freunden von Alfie.

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Ennis hat heute ca. 20000 Einwohner, hat seine Ursprünge im Jahr 1240 und war lange Zeit ein Zentrum der Franziskaner in Irland, die hier das Kloster Ennis Friary hielten und bis zu 1000 Mönche vor Ort hatten.

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Bild oben: Auf dem Weg nach Galway

Unser dritter Tag: Gut erholt vom Stress des Vortages und voller Vertrauen in meine Honda starten wir von Ennis in Richtung Westen zum Spanish Point, an der Küste.

Der Name kommt einem schon spanisch vor. 1588 sind Teile der berühmten Spanischen Armada hier im Sturm an der Küste zerschellt. Die wenigen Überlebenden des Unglücks wurden danach von den Iren hier sofort exekutiert. Deshalb: Spanish Point.

Bilder oben: Am Spanish Point

Durch eine wunderbare Landschaft fahren wir immer weiter Richtung Süden. Bei Kilrush, genauer Killimer, setzen wir mit der Fähre nach Tarbert über.

Und weiter geht es an der Küste entlang nach Süden. Im Ballybunion Golf Club machen wir eine Kaffeepause. Der Golf Club zählte zu den feinsten und ältesten in Irland. 1893 gegründet, rein privat, aber sehr gastfreundlich. Obwohl unser Outfit nun nicht gerade golflike ist J, werden wir sehr freundlich empfangen und bewirtschaftet. Viele der Top-Golfer in der Welt haben hier schon gespielt. Wir trinken lieber nur unseren Kaffee, verschonen den gepflegten Rasen, und essen ein Scone mit Marmelade.

Bilder oben: Im Ballybunion Golf Club in regelgerechtem Dress 🙂 

Über Tralee führt uns der Weg auf wunderbaren Straßen, fast ohne Verkehr, immer auf der falschen Straßenseite (links!), in Richtung Dingle.

Bilder oben: Auf dem Weg nach Dingle. Wo gibt es schönere Strände??

Südlich des Mount Brandon überqueren wir einen kleinen Pass und haben von hier einen herrlichen Blick hinunter nach Süden auf die kleine Bucht, in der Dingle liegt.

Bilder oben: Kurz vor Dingle.

Schon bei der Einfahrt fällt an einer Hauswand ein aufgemaltes Portrait von Tom Crean auf, dem Helden von Dingle, dessen Name sich in vielem hier wiederfindet. Auch ein Bier ist nach ihm benannt. Thomas Crean (1877 bis 1938) ist in der Nähe von Dingle geboren und berühmt geworden durch seine Teilnahme an Polarexpeditionen, insbesondere die missglückte Expedition mit Sir Ernest Shackleton 1914 bis 1916. Aber auch davor war Tom Crean bereits 1901 bis 1904 und 1910 bis 1913 mit Robert Falcon Scott auf Südpol-Expedition und in den Polarforscherkreisen bekannt. Tom Crean wird beschrieben als einfacher Mann, ohne große Bildung, aber körperlich und mental extrem stark. Wer schon einmal etwas über sein Leben gelesen hat, wird sofort verstehen, warum. Ich kann das nur empfehlen, es ist spannende Lektüre.

Unser Hotel in Dingle ist das beste hier, das Benners Hotel an der Main Street, mitten im Geschehen. Und das Geschehen erkunden wir später am Abend ausführlich J, inklusive Live Musik im O´Sullivans.

Unser vierter Tag führt uns die Küste entlang nach Osten aus Dingle heraus und weiter zum Ring of Kerry. Leider erweist sich die Strecke am Ring of Kerry als äußerst langsam und zäh, deshalb kürzen wir etwas ab und fahren nicht den ganzen Ring, sondern nur ein kleines Stück über Beaufort und dann zum Gap of Dunloe. Der Gap of Dunloe ist ein 11km langer extrem schmaler Pass nach Süden über einen Berg/Hügelrücken. Zum großen Teil ist er nur einspurig befahrbar, aber öffentlich und durchaus touristisch genutzt. Siehe die Bilder.

Bilder oben: In der Gap of Dunloe.

Über Kenmore, den Killarney National Park und Killarney fahren spät nachmittags dann nach Adare, unserer nächsten Übernachtungsstation.

Fünfter Tag. Adare war schön und das Pub ist bemerkenswert! Nun geht es leider auf unserer letzten Etappe dieser Tour zurück nach Belfast.

Quer durch das grüne Herz von Irland fahren wir über Birr und Athlone auf kleinen Straßen nordwärts. Eine schöne Reise geht zu Ende. Es war eine schöne Zeit mit Alfie, Murray und Gordon! Danke für alles!

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