


Unsere vierte Reise ins südliche Afrika führte uns im Oktober 2024 in den Krüger Park, an der Grenze zu Zimbabwe entlang und an den Limpopo in Botswana. 2 1/2 Wochen intensive Tierwelt, Landschaft und vor allem auch sehr sympathische Menschen.
Zum ersten Mal in Südafrika waren wir im Jahr 2014, also vor genau 10 Jahren. Wir haben das klassische Touristenprogramm abgespult. Flug nach Johannesburg, dann per Auto zur Küste, dazwischen Swasiland, dann runter zur Garden Route und am Ende Kapstadt.
Es war eine schöne Reise. Inklusive shark diving im Käfig bei Hermanus, whale watching, vine tasting, gutem Essen und einem Besuch am südlichen Kap.
Wir haben die Reise genossen, wir denken gerne zurück und haben einen Haken daran gemacht. Ticked off. Bis auf einen Punkt, der uns immer wieder in der Erinnerung durch den Kopf ging.
Gleich zu Beginn der Reise, nach der Autoübernahme und auf dem Weg Richtung Swasiland hatten wir damals einen Abstecher in den Krüger Park gemacht. Genauer ans südlichste Ende des Krüger Parks, dort wo der Park nicht aus Savanne besteht, sondern aus Hügeln und niedrigen Bergen. Unser Lodge war das Bongani Mountain Lodge. Und wir haben nie vergessen, wie spannend es war Elefanten die Hügel hinauf „bergwandern“ zu sehen, Giraffen vom Jeep aus bei Nacht zu beobachten, die Geschichten des Guides zu hören über die Organisation der Bonobos, der Schimpansen, unserer nächsten Verwandten.
Der Krüger Park ist so immer in unserem Kopf geblieben. Und nach Reisen nach Namibia, in die Kalahari, in die Namib Wüste, den Etosha Park, den Caprivi Streifen und Botswana, an die Victoria Fälle und and den Chobe River und den großen Okavango, war ein Ziel immer geblieben – der Krüger Park. Der große Rest des Parks, den wir 2014 nur am Rande gestreift hatten. Fast 20.000 Quadratkilometer, 350 km von Süd nach Nord und fast 60 km von West nach Ost dehnt er sich aus. Savanne, große Flüsse und alle Tierarten, für die Afrika bekannt ist finden sich hier.
Und nun im Oktober 2024 war es so weit. Unser Hauptziel dieser Reise war der Krüger Park.
Lufthansa fliegt wieder München – Johannesburg direkt über Nacht, das macht die Anreise einfacher. Am Flughafen übernehmen wir am Morgen unseren Toyota Hilux und dann geht es Richtung Osten zu unserer ersten Station kurz hinter Dullstroom, ins Walkersons Hotel.
Das vordere linke Rad zeigt eine leichte Unwucht, die bei Geschwindigkeiten über 100 km/h unangenehm ist. Es gibt nicht viele Werkstätten hier in der Gegend und wir werden nicht oft so schnell fahren können in den nächsten Wochen, deshalb tolerieren wir das einfach. Eine genauere Reifeninspektion ergibt nichts, das ist uns das Wichtigste. Man lernt hier in Afrika auf seine Reifen zu achten. Reifenschäden gibt es auf diesen Straßen mehr als genug. Überall liegen aufgelöste und zerfetzte Reifen herum.

Oben seht ihr unsere Route. Links unten Johannesburg, der Startpunkt. Von dort geht es nach Osten zum Krüger Park, dann im Park nach Norden an der Grenze zu Mozambique entlang bis ans Nordende des Parks. Dann an der Grenze zu Simbabwe entlang nach Osten aus dem Park heraus, über den Limpopo ein kleines Stück nach Botswana hinein und dann wieder nach Süden bis wir wieder nach Johannesburg kommen.
Die erste Station nach Johannesburg ist Dullstroom. Von Dullstroom aus liegt der Krüger Park schon in Griffweite, nur noch wenige Autostunden entfernt.
Wir übernachten hier im Walkersons Hotel. Das Walkersons Hotel ist eine riesige gepflegte Anlage die uns nur als Zwischenstopp dient. Die Landschaft hier ist geprägt von vielen kleinen Seen und Fischponds. An der Rezeption wird Angelzubehör angeboten, ein Paradies für Angler. Das Walkersons ist kein Hotel im üblichen Stil, es ist eine Ansammlung von kleineren und größeren Cottages in denen man sehr komfortabel wohnt.
Die Cottages haben auch einen offenen Kamin und den brauchen wir, es ist nämlich reichlich frisch. Nachts liegt die Temperatur um die 8 Grad. Das Abendessen ist hervorragend und der Service hier ist es ebenso.
Die Angler, die hier einkehren scheinen keine Armen Angler zu sein. Es gibt hier eine Heli-Pad und eine Piste für kleine Flugzeuge.








Oben: Im Walkersons Hotel.
Leider haben wir keine Zeit uns Dullstroom anzusehen. Es ist ein kleiner Ort mit rund 600 Einwohnern.
Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg weiter nach Nord-Osten zum Blyde River Canyon, kurz vor dem Orpen Gate, dem Eingang zum Krüger Park. Dort bleiben wir 2 Nächte in der Blyde River Canyon Lodge. Der Blyde River Canyon ist ein 26 km langer bis zu 800 m tiefer und hauptsächlich aus rotem Sandstein bestehender Canyon. Er zählt zu den großen Naturwundern Afrikas. Die Landschaft erinnert uns teils an den Lake Powell in den USA. Lake Powell in klein gewissermaßen. Auch hier staut ein Damm den Fluss, den Blyde River, auf und erzeugt einen sehr eindrucksvollen Stausee in dieser bizarren Landschaft.
Vom Lodge ist es nicht weit zu einer Landungsstelle, von der wir mit einem Boot den Stausee und die bizarren Felsen entlang fahren.
Es gibt hier etwas, das es im Lake Powell definitiv nicht gibt, es gibt Hippos im See und auch einige Krokodile. Und am Ufer sehen wir eine Herde von Bonobos.











Oben: Am Blyde River Canyon
Das Lodge ist nicht eingezäunt, deshalb sieht man hier auch Tiere ganz nah am Gebäude. Zebras und Antilopen kommen an den Pool und sehen sich die Touristen an. Mit etwas Abstand sieht man auch Büffel.
Zu so einem Lodge gehört in Afrika ein fleischhaltiges Essen und ein Bier, oder für uns Gin & Tonic.
Südafrika ist kein Land für Vegetarier. Das ist ein Punkt, an den wir uns immer wieder gewöhnen müssen. Auch wenn wir Fleisch nicht verweigern, ist die Menge an Fleisch, die hier gegessen wird, für uns immer eine Herausforderung.




Oben: Im Blyde River Canyon Lodge
Am nächsten Morgen fahren wir nach Hoedspruit, einem Ort etwas nordöstlich von hier. Der Ort ist klein, aber es gibt einen Spar Supermarkt und alle Infrastruktur, die man braucht. und es immer interessant für uns zu sehen, wie die Menschen hier leben. Die Nähe des Krüger Parks ist hier deutlich zu spüren. Mehr Verkehr, mehr Hotels, auch internationale, alles ist auf zahlungskräftige Touristen hin ausgerichtet.
Zum Abendessen im Lodge gibt es natürlich Fleisch, Schwein, immerhin mit Gemüse, Süsskartoffeln und Karotten.
Mittwoch. Ein frühes Frühstück und eine frühe Abfahrt. Das Orpen Gate ist unser Ziel, das Tor in den Krüger Park.
Die Luft ist klar, frisch, angenehm kühl. Direkt am Tor geht unser Weg rechts ab in das Manyeleti Reserve zu unserem nächsten Lodge, dem Honeyguide Mantobeni. Der Weg ist wild, ca. 5 km durch Sandpisten mit Buckeln und Löchern der gröberen Art. Fast wie bei Wolwedans in Namibia. Dann kommen wir zu einer Rezeption an der wir unser Auto stehen lassen müssen und uns ein Ranger, Satis, mit dem Landcruiser abholt und uns weitere 2-3 km zum Camp bringt.





Oben: Das Honeyguide Mantobeni Camp
Das Camp besteht aus einem Haupthaus und einigen Zelten darum herum. Wir sind in Zelt 8. Wir bekommen eine Einweisung in die Sicherheitsvorkehrungen. Hauptsächlich gegen die Affen. Die Affen sind überall und sie sind sehr schlau. Sie sind neugierig, hungrig und stehlen alles und probieren alles.
Jedes Zelt hat deshalb eine affensichere Box mit einem kräftigen Riegel in der alles verstaut werden muss, was nicht in die verschlossenen Koffer oder in den Safe passt. Sonst ist es früher oder später weg. Die Affen finden immer Wege in die Zelte hinein.


Wir sind in Afrika. Am kleinen Pool beim Haupthaus steht ein Elefant und trinkt. Er möchte wohl auch in den Pool. Das ist nur für uns Touristen besonders. Das Personal hier ist daran gewöhnt. Dass man Abstand hält zu den Elefanten ist selbstverständlich. Elefanten sehen nur behäbig aus, sie sind es keineswegs. Dafür sollten wir einige Tage später noch ein gutes Beispiel aus nächster Nähe bekommen.




Um 16 Uhr startet der Afternoon Game Drive. Unser Guide Satis ist einer von drei Rangern des Camps, die per Funk in Verbindung stehen und sich gegenseitig Tipps geben um Tiere zu finden.
Mit Ausnahme von Impalas finden wir zunächst nichts. Bush McDonalds nennen manche Guides die Impalas. Das Futter für die Raubtiere. Das wird den schönen Tieren leider nicht gerecht. Andererseits ist das hier die freie Natur, die freie Wildnis. Fressen oder gefressen werden ist hier das Überlebensmotto. Und einen Tod friedlich in der Mitte der Seinigen finden hier sicher nur wenige Impalas.
Wir sehen afrikanische Wildhunde, die friedlich im Gras liegen. Unser Guide erklärt uns, dass diese Wildhunde Tiere immer versuchen an der Kehle zu töten, weil sie das Blut des Opfers brauchen, um die eignen Parasiten in ihrem Körper zu töten. Wahrheit oder afrikanische Sage? Wir haben es nicht erforscht. Die Wildhunde liegen friedlich im Gras. Würden wir Menschen allerdings auf sie zugehen, würden sie sich bedroht fühlen und im Normalfall weglaufen.


Dann kommt ein Funkspruch eines Guide-Kollegen mit einem Hinweis. Satis dreht sofort nach Süden ab und fährt so schnell es eben auf diesen Wegen geht zu einem Spot, an dem die anderen Guides einen Leoparden entdeckt haben.
Der White Tail Leopard liegt ganz entspannt unter einem Baum. Er lässt sich von uns überhaupt nicht irritieren, schenkt uns keinerlei Aufmerksamkeit. Es ist erstaunlich, wir sind nur 4-5 m entfernt im offenen Jeep, aber für das Tier sind wir offenbar nicht vorhanden. Solange wir im Landcruiser sitzen sind wir für das Raubtier ein großes unbekanntes Etwas , das nicht in seine Welt passt und für ihn weder Bedrohung noch Beute darstellt. Die Guides warnen aber immer wieder jeden davor aufzustehen, auch nicht im Fahrzeug. Das könnte die Silhouette so deutlich verändern, dass der Leopard einen Menschen, also etwas beuteähnliches wahrnimmt und sich auf den Weg macht.
Abends wird es im Jeep kalt, sehr kalt. Auch die Jacke und der Pullover helfen nicht. Ohne den festen Poncho als Überzug wäre es nicht auszuhalten. Die Ponchos sind außen extrem widerstandsfähig gegen Dornen und Äste und innen warm gefüttert. So lässt sich der Fahrtwind bei dieser Kälte aushalten.





Nach dem Abendessen gehen alle früh in die Zelte. Eine Katzenwäsche, dann noch alles anziehen, was als Nachthemd gegen die Kälte taugt und dann ab unter die Decke. Die Heizdecke im Bett hilft die Nacht zu überstehen. Es ist wirklich saukalt. Von draußen sind die ganze Nacht viele Geräusche zu hören. Fauchen und kreischen, vermutlich Affen, die hier zahlreich zwischen den Zelten umherlaufen.
Am nächsten Morgen um 5:20 Uhr heißt es Aufstehen. Kleine Wäsche, dann warm anziehen. Inklusive Wintermütze und Handschuhe. Um 6 Uhr beginnt der Morgen-Drive. Es ist wie im Winter. Alle sind eingemümmelt. Die kalte Savanne ruft. Wir fahren wieder nach Süden. Nach einer dreiviertel Stunde finden die Ranger einen einzelnen Geparden. Er liegt zunächst im Gras, man sieht ihn kaum, steht dann irgendwann auf und geht langsam seines Weges. Es ist immer wieder schön, einem Tier so nahe zu sein. Ohne Gitter, ohne Zaun, ganz direkt.

Unterwegs sehen wir auch ein großes Nashorn, ohne Horn. Ein wirklich großes und schweres Tier. Die Hörner werden häufig von den Rangern entfernt, um sie unattraktiver für Wilderer zu machen. Der Ranger sagt, dass die Entfernung des Horns keine sehr große Auswirkung auf das Verhalten des Tieres hat. Das Nashorn kann sein Rudel immer noch verteidigen und Nashörner haben nur als Junges Feinde. Aber für den Kampf zwischen den Bullen ist ein Nashorn ohne Horn gegenüber einem Nashorn mit Horn im kleinen Nachteil. Auch Nashörner haben Egos.
Später halten wir an einem Platz, den die Nashörner für ihre Rudelmarkierungen nutzen. Der Ranger erklärt, es gibt schwarze und weiße Nashörner. Die schwarzen Nashörner fressen anderes Gras als die weißen Nashörner. An den Kotkugeln kann der Guide erkennen, welche Kugel von welchem Nashorn stammt.
Das Rudeloberhaupt der Nashörner nutzt den frischen Kot und die frische Pisse um seinen Weg für das Rudel zu markieren. Es stampft und schlägt dazu mit seinen Füssen in den frischen Kot und schleppt dann auf diese Weise seinen Duft hinter sich her als Markierung für das gesamte Rudel.








Wir verlassen das Honeyguide Mantobeni und fahren weiter in den Krüger Park hinein.

Über Satara führt unser Weg nach Olifants und zum Olifants Camp. Das Olifants Camp liegt am Olifants River. Der Fluss ist beeindruckend. Er führt wenig Wasser, wie alle Flüsse um diese Jahreszeit. Das Olifants Camp ist leider weniger beeindruckend. Es wirkt ungepflegt und wenig einladend. Aber das Essen war gut und eine Nacht überleben wir überall.

Am nächsten Morgen stehen wir bereits um 5 Uhr auf und machen uns ohne Frühstück auf den Weg nach Norden.
Von Olifants fahren wir nach Letaba. Die Schotterstrassen fordern Auto und Passagiere. Zum Glück ist unser Toyota Hilux robust. Diese Fahrzeuge halten fast alles aus. In Letaba gibt es ein gutes Frühstück. Und das Camp hier sieht deutlich einladender aus als das Olifants.
Nach dem Frühstück fahren wir über Mopani nach Shingwedzi und kommen dort mittags an. An Punda Maria vorbei geht es dann weiter zum The Outpost Lodge am nord-östlichen Rand des Krüger Parks, dicht an der Grenze zu Mozambique und dicht an der Grenze zu Simbabwe.



Das The Outpost Lodge ist eine Wahnsinnslodge. Besonders mit dem Upgrade, den wir bekommen haben. Wir sind im Pel’s Post untergebracht. Mehr Luxus geht eigentlich kaum. Jedenfalls nicht im Krüger Park.
Nachmittags gegen 15 Uhr kommen wir an. Beschließen heute keine Safari mehr zu machen, sondern uns mit einem Gin & Tonic auf die Terrasse zu setzen und einfach nur hinunter auf den Fluss zu schauen. Unterwegs haben wir ja heute bereits alles gesehen: Giraffen, Elefanten, Wildschweine, Kudus, 3 Löwen, Impalas, Hippos. Es war alles dabei. Die Löwen waren am schwersten zu entdecken. Ihre graue Fellfarbe tarnt sie unglaublich gut. Sie gehen zwischen den Buschen und Bäumen völlig unter. Tolle Landschaften, tolle Tiere, und jetzt ein entspannter Blick ins Flusstal mit einem Drink mit Eiswürfeln in der Hand. Geht es noch besser??
Der Fluss unten hat kaum Wasser. Es ist Trockenzeit nach dem Winter (unserem Sommer) in Afrika. Im Frühjahr und Sommer steigt der Fluss, der Luvuvhu, wieder an. Man kann das gut an der Flusslandschaft erkennen. Die ganze Natur wird dann völlig anders sein.
Noch intensiver werden wir das in ein paar Tagen sehen, wenn wir am großen Limpopo in Botswana sind.
Auch den nächsten Morgen verschlafen wir. Genießen einfach das tolle Lodge, das tolle Frühstück, den Blick. Zählen unten die Affen, die im Flussbett nach Nahrung suchen und die Wildschweine.
Erst am Nachmittag fahren wir mit unserem Guide Cameron in den Busch. Cameron ist tatsächlich der erste Guide von dem wir enttäuscht sind. Er wäre gerne Guide, er wäre gerne Ranger. Aber dazu müsste er sich mehr für die Tiere und mehr für die Landschaft und vor allem mehr für die Geschichte und die Geschichten darum interessieren. Es ist etwas schade.












Dennoch haben wir einen interessanten Nachmittag und Abend mit ihm. Als wir unten am Flussufer entlang fahren, ist Cameron mit unserem Landcruiser im Gebüsch recht schnell unterwegs und schreckt einen kleineren Elefanten auf, der laut trötend davon eilt. Das wiederum bringt den Elefantenbullen auf den Plan. Er stellt die Ohren auf, brülllt und läuft auf uns zu. Da hilft nur noch im Rückwärtsgang so schnell es geht Abstand gewinnen und uns alle in Sicherheit bringen. Trotz zweimaliger neuer Versuche führt kein Weg mehr am Bullen vorbei. Er bewacht seine Herde und lässt uns nicht aus den Augen. Also kehren wir um und wählen einen anderen Weg. Leider ging das ganze so schnell und wir waren so mit uns beschäftigt, dass ich nur zwei schnelle Bilder mit dem Handy machen konnte.


Nach dem The Outpost machen wir uns auf den Weg an der Grenze zu Simbabwe entlang nach Westen. Die Mopane Bush Lodge ist unser nächstes Ziel. Damit verlassen wir den Krüger Park. Unterwegs sehen wir viele Ziegen und Kühe, es gibt also viele Farmen hier.

Die Mopane Bush Lodge ist angenehm und hat sehr gute Guides. Das lässt uns Cameron schnell wieder vergessen. Am Abend fahren wir mit Eestian zu dritt im Dunkeln durch den Bush. Wir sehen Schakale, eine Tüpfelhyäne, viele Impalas und Büffel. Eestian weiß viel über die Tiere zu erzählen. Zum Beispiel lernen wir, dass Hyänen eine deutlich höhere Erfolgsquote bei der Jagd haben als Löwen. Hyänen sind zäher, sie verfolgen ihre Beute oft über Stunden und Tage und geben nicht auf. Löwen brauchen schnelle Erfolge und müssen sich ihre Jagdeinsätze gut einteilen.
Hyänen verfügen auch über eine deutlich höhere Beißkraft als Löwe und Leopard. Sie sind in der Lage auch Knochen zu knacken und können so auch die letzten Reste ihrer Beute verwerten.
Am nächsten Nachmittag folgen wir dem Guide Michael auf einen Bush Walk, also zu Fuss, durch die Savanne. Michael weiß zu jeder Tierfährte etwas zu erzählen und erklärt uns die wichtigsten Spuren. Wenn man weiß worauf es ankommt, sind Löwenspuren, Giraffen, Rhinos, Impalas und Hippos sehr gut zu unterscheiden. Ja, auch Hippos laufen in der Savanne herum. Michael erklärt von wo nach wo sie wann am Tag gehen und warum man sie meiden sollte. Hippos können trotz ihrer Fülle recht flott unterwegs sein und jeden Menschen locker überholen.
Ein Sundowner mit den Guides und den anderen Gästen macht den schönen Abend zu einem guten Abschluss für uns im Mopane Bush Lodge.




Oben: Das Mopane Bush Lodge
Unser nächstes Ziel ist Botswana und der Limpopo. Limpopo, das klingt schon sehr afrikanisch. Es klingt nach Wildnis, Tieren und Abenteuer. Wir werden sehen.
Die Anfahrt ist jedenfalls sehr abenteuerlich. Unmittelbar nach der Grenze zu Botswana wird die Strasse schlecht. Ich meine wirklich sehr schlecht. Noch schlechter, als wir es bisher schon gewöhnt sind. Das Wort katastrophal beschreibt es manchmal nur ungenügend. Es ist immer wieder erstaunlich, wie man es schafft, dennoch mit viel Vorsicht und Geduld am Ende Kilometer auf Kilometer dieser Strassen zurückzulegen.
Der Weg vom Mopane zum Serolo Camp, unserer nächsten Station, fühlt sich an wie einer der besseren Drives mit den Guides in der Savanne. Die Tierwelt entlang dieser „Strasse“ steht in nichts hinter den Game Drives zurück.
Aber der Höhepunkt ist die Durchfahrt durch ein 200 m breites trockenes Flussbett. Alles ist tiefer Sand. Damit haben wir in Namibia schon einmal sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Also legen wir den 4 Wheel Drive, das Sperrdifferential und die Untersetzung ein und sehen zu, dass wir im 1. Gang mit gut Gas und ohne Stocken, vor allem ohne Stehenbleiben, durch dieses Flussbett kommen. Am anderen Ufer atme ich tief durch. Steckenbleiben wäre hier wirklich ungünstig. Höchstens alle paar Stunden ein Auto, und selbst dann wäre es ein höchst unangenehmes Abenteuer das Auto wieder flott zu bekommen.




Das Serolo Camp gefällt uns gut. Wir haben eine feste Hütte gleich in der Nähe des Haupthauses. Es gibt genug Platz und einen Deckenventilator, der die warme Luft umherwirbelt. Das kühlt zumindest ein wenig.
Das Camp ist eher rustikal, aber das Personal ist ausserordentlich freundlich und engagiert. Wir fühlen uns wohl. Um 16 Uhr fahren wir mit unserem Serolo-Ranger Joe los und er zeigt uns sein Revier.
Joe kennt hier jeden Stein und jedes Tier. Er weiß auch, wo sich die Leoparden am liebsten aufhalten und findet auf Anhieb erst 2 und dann nochmals 2 Leoparden. Die Leoparden liegen auf und hinter Felsen. Joe sieht sie auf Entfernungen, bei denen wir erst noch dreimal nachfragen müssen, ehe wir dann unter seiner Leitung ebenfalls die Leoparden entdecken. Langsam fährt er an die Tiere heran, stellt den Motor ab und wir schauen ihnen einfach zu.
Leoparden sind wie alle Raubkatzen Weltmeister darin absolut unauffällig herum zu liegen. Ob auf Felsen oder im Gebüsch. Manchmal sieht man sie erst im letzten Moment, man steht förmlich vor ihnen und tritt fast auf sie. Was man natürlich unbedingt vermeiden sollte 🙂







Ein Frühstück im Freien mit Blick auf ein Wasserloch mitten im Nichts ist nicht zu überbieten. Besonders wenn gelegentlich ein Elefant vorbeisieht, ob noch alles in Ordnung ist. Das wird uns zuhause wirklich fehlen. Auch, wenn sich nach 2 Wochen langsam eine Sehnsucht nach einer sauberen Dusche einstellt.
Freitag. 5 Uhr aufstehen. Um 5:20 Uhr ist unser Morning Drive mit Joe angesagt. Wir wollen runter zum Limpopo. Der Fluss ist staubtrocken. Ein paar kleinere Resttümpel zeugen davon, dass hier vor Monaten ein großer Strom geflossen ist und in einigen Wochen wieder fließen wird. Es ist gerade schwer vorstellbar. Nur die hohen Uferböschungen und die angeschwemmten Bäume zeugen davon. Auch die freigelegten Wurzeln der Büsche und Bäume, die am Ufer wachsen und dann von den Wassermassen jedes Jahr zur Regenzeit weiter ausgespült werden.




Joe fährt auf geradem Weg ins trockene Flussbett. Und wir haben gleich Glück. Am gegenüberliegenden Ufer liegt eine Löwin. Ganz oben auf der Böschung. Sie lauert und herrscht selbstbewusst über das Territorium. Irgendwann fängt sie an zu brüllen. Noch nie haben wir eine Löwin in freier Wildbahn so laut und heftig brüllen gehört. Es ist beeindruckend. Auf ihrer Speisekarte möchte man nicht stehen. Dann kommt eine zweite Löwin dazu


Nach einer Weile kommt die zweite Löwin den Abhang herunter auf uns zu. Sie geht im Abstand von einigen Metern an uns vorbei und würdigt uns keines Blickes. Wir sind sehr still und verfolgen sie mit unseren Blicken. Wir sitzen immerhin im offenen Geländewagen. Keine Tür, kein Fenster, nichts würde die Löwin abhalten, sollte sie sich entschließen uns mal zu testen. Man weiß ja nie. Die Löwin durchquert das Flussbett ganz gelassen und verschwindet dann am anderen Ufer im Dickicht.



Wir verlassen das Flussbett und folgen der Spur der Löwin am Ufer. Sie bleibt aber verschwunden. Dafür findet Joe einen Leoparden, der oben in einem Baum auf einem Ast liegt. Wie eine große Katze. Fast könnte man glauben, man könnte ihn kuscheln. Übrigens würden Löwen auch Leoparden nicht verschmähen, sagt Joe. Wenn sie einen erwischen. Löwen fressen alles was gefressen werden kann.
Auf die Frage von Edith warum wir fast nie Löwenmännchen sehen, sagt Joe: Es gibt einfach mehr Löwinnen als Löwen. Die Männer bringen sich im Kampf um Rudel und Revier gegenseitig um.
Mitten im Dickicht sehen wir dann ganz unverhofft ein kleines Rudel Löwen. Scheinbar friedlich dösen sie vor sich hin. Ohne unseren Guide möchte man hier nicht unterwegs sein. Man sieht die Löwen oft erst so spät, dass man schon fast bei ihnen ist ehe man sie bemerkt. Umgekehrt ist das sicher anders.





Der nächste Tag. Es ist heiß an diesem Tag. 35 Grad im Schatten. Am Nachmittag fahren wir nach Bobonong, einem kleinen Ort, rund 75 km entfernt. Hier kaufen auch die Angestellten des Lodges ihre Vorräte ein und alles was gebraucht wird. Es gibt einen großen Supermarkt, Cash & Carry, und zwei Tankstellen. Der Supermarkt ist gut besucht und ausnahmslos jeder wird beim Verlassen des Supermarktes am Ausgang überprüft und die Einkäufe mit der bezahlten Rechnung verglichen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Wir sehen Kinder in Schuluniform und eine große Schule. Der kleine Ort macht einen guten Eindruck. Der vor dem Ort liegende Thunestaudamm versorgt den Ort und die Gegend mit elektrischem Strom.
Samstag. Check out time. Wir verlassen das schöne Lodge und Joe und die freundlichen Menschen. Wir haben 270 km vor uns. Erst zur Grenze von Botswana nach Südafrika und dann nach Süden ins Honeyguide Ranger Camp.


Die ersten 70 km bis zur Grenze sind schlicht grauenhaft. Der botswanische Grenzer sagt selbst „that is no road“. Und da hat er recht. Es ist eine Anhäufung von Löchern, Steinen, Sand mit Spurrillen. Nach der Grenze geht es etwas besser voran. Auch hier Schotterpiste bis zum Horizont. Aber immerhin Schotterpiste auf der wir voran kommen.

Am Nachmittag kommen wir im Camp an. Geschlaucht von der nervenden Fahrt. Das Honeyguide Ranger Camp ist sehr rustikal, um es mal so auszudrücken. Wir sind halt in Afrika.Im Zelt ist es nicht auszuhalten. Es ist wahnsinnig heiß. Im Aufenthaltsbereich und an der Bar geht es. Heute brauchen wir keinen Bush Drive mehr. Die Anfahrt war ausreichend Bush Drive 🙂 Zum Abendessen hat das Personal im Bush ein Dinner aufgebaut und es gibt Tanz und Gesang. Ein schöner Abend!
Sonntag. Ausschlafen. Am Morgen ist es ja am kühlsten. Das muss man nutzen. Danach verdösen wir den Tag. Und am Nachmittag gehen wir mit dem Guide auf unseren letzten Bush Drive dieses Afrikaurlaubes. Wir sehen einige Elefanten und ein ganz junges Elefantenkind, erst einem Monat alt. Es trottet schon ganz munter seiner Mutter hinterher. Auch viele Büffel und Giraffen sind hier zu sehen. Die Landschaft ist malerisch, sehr schön anzusehen.
Bei der Rückfahrt zum Camp sehen wir noch ganz versteckt ein großes Krokodil im Gebüsch. Als Europäer allein unterwegs würde man hier nicht lange überleben. Man sieht die Tiere einfach nicht, aber sie sehen uns ganz sicher.
















Am Tag danach müssen wir zurück nach Johannesburg. Knappe 250 km. Teerstrasse. Am Flughafen geben wir unseren Toyota Hilux ab und bedanken uns beim Auto für die pannenlose Fahrt über Stock und Stein! Keine Panne, kein Trouble, alles lief wie es sollte.
In Johannesburg schlafen wir noch eine Nacht in einem Guesthouse in Sandton und gehen abends schick essen. Im Lokal sind wir gefühlt die einzigen Weißen. Das Publikum ist offensichtlich gut verdienend, denn das Lokal hat gehobene Preise. Die Atmosphäre ist wie in einem Münchner Schicki-Micki-Lokal. Auch das gibt es im modernen Afrika.



Und am nächsten Morgen sagen wir Auf Wiedersehen. Es war spannend und schön in Afrika. Wie bisher immer auf unseren Reisen hierher.