Es hat uns wieder in den warmen Süden gezogen. Diesmal zu Freunden nach Andalusien. Zu sechst haben wir uns in einem schönen und großzügigen Appartement eines Freundes in der Nähe von Marbella eingenistet und von dort aus die andalusische Küste und das Umland erkundet.
Marbella, Estepona, Benahavis, Puerto Banús, Malaga, Gibraltar und Granada haben wir in 7 Tagen besucht. Und um es vorab zu sagen, es waren alles sehr interessante Besuche und eine wirklich schöne Zeit.
Damit euch, liebe Leser, die Bilder nicht zu langweilig werden, habe ich mich mal wieder bemüht etwas Text dazu zu fügen 🙂 . Also viel Spaß beim Lesen!
Das Appartement unseres Freundes liegt etwa 10 Minuten vom Stadtkern von Marbella. Deshalb fangen wir mit Marbella an.
Marbella klingt ja schon sehr glamourös und so. Viele von uns haben die Promi-Reportagen im Kopf über die Schönen und die Reichen, wenn man an Marbella denkt. Und das gibt es natürlich auch, aber wirklich schön und interessant ist Marbella in der Altstadt. Weg von den Luxus-Shops und rein in die engen Gässchen. Das ist die Seite von Marbella, die man nicht sofort vermutet und die wirklich Spaß macht. Die Altstadt hat uns so gut gefallen, dass Edith und ich sagten, hier könnte man wirklich noch ein paar Tage mehr verbringen.
Fotos oben: Marbella
Marbella ist im Übrigen heute eine mittlere Großstadt mit rund 140000 Einwohnern, also gar nicht so klein. Davon sind rund 40000 Ausländer, vor allem Briten und Marokkaner. Wenn man spazieren geht, stellt man fest, die Umgangssprache ist zum großen Teil Englisch. Übrigens ist ganz Andalusien fest in britischer Hand, jedenfalls kommt uns das so vor. Überall trifft man Briten und überall wohnen Briten. Ob es hier noch richtige Spanier gibt? 🙂
Gleich neben Marbella befindet sich der Nobelhafen Puerto Banús. Puerto Banús ist von José Banús 1970 erbaut worden und dann recht bekannt geworden, als sich hier viele bekannte Schauspieler und andere Menschen aus dem sogenannten Jet Set angesiedelt haben. In Puerto Banús finden Yachten bis zu 70 m Länge Platz, die Liegegebühren belaufen sich auf bis zu 500000€ und mehr, pro Jahr wohlgemerkt. Dann spielen natürlich die Ausgaben für Gucci und Armani Mode keine Rolle mehr und so finden sich hier viele entsprechende Shops entlang der Hafenpromenade. In Summe war Puerto Banús nett, aber richtig gefallen hat es uns eigentlich nicht. Zu viele Poser in offenen Bentleys sind hier für unseren Geschmack unterwegs. Wir sind dann halt doch eher einfachere Leute.
Fotos oben: Puerto Banús
Und noch einen seltsamen Ort haben wir weiter südlich besucht. Gibraltar. Und seltsam beschreibt noch gar nicht richtig den Eindruck, den wir von Gibraltar hatten.
Gibraltar wird schon seit 25000 Jahren besiedelt. Vor über 2000 Jahren von den Römern, ab 711 von den Arabern, ab ca. 1400 von den Spaniern, ab 1607 von den Niederländern, dann eine zeitlang wechselnd von Niederländern und Engländern und seit 1713 ist es durchgehend bei den Briten. So eine wechselnde Geschichte prägt wohl. Dennoch hätten wir uns Gibraltar irgendwie netter und schöner vorgestellt. Und das war es nicht. Gibraltar war einfach irgendwie – pragmatisch. Wenn ihr versteht, was wir damit sagen wollen. Viel Bautätigkeit, wenig gepflegtes, viel Durcheinander, wenig malerisches.
Seit 1713 und dem Vertrag von Utrecht liegt Gibraltar bei den Briten und wird seither von den Spaniern regelmäßig abgeschottet, bekriegt, widerwillig geduldet und wieder blockiert. Bisher hat alles nichts genützt, es ist immer noch britisch. Und trotz mehrerer Referenden haben sich die 35000 Einwohner bisher immer mit eindeutiger Mehrheit dafür entschieden bei den Briten zu bleiben. Auch im Brexit Referendum haben die Gibralteser eindeutig für die EU gestimmt. Das Ergebnis kennen wir. Und seither macht die spanische Regierung nun schon wieder Vorschläge und Drohungen um Gibraltar doch wieder zu Spanien zu bekommen.
In einem dieser Referenden haben einmal ganze 44 Stimmen sich gegen die Briten gewandt. Das sind Wahlergebnisse, was? Was aus den 44 abtrünnigen Gibraltesern wurde ist nicht bekannt.
Fotos oben: Gibraltar
Wir haben eine kleine Bustour gemacht am Felsen entlang und auf den Felsen hinauf. Haben uns die berühmten Affen angesehen und einen Eingang zu den Felstunnels. Unser Guide sagte, es gibt in Gibraltar mehr Tunnelkilometer als Strassenkilometer! Wer weiß. Die Tunnels haben in den verschiedenen Belagerungszeiten wichtige Funktionen erfüllt und werden auch heute aufrecht erhalten. Man weiß ja nie..
Gleich um die Ecke, nahe der Appartementsiedlung, in der wir wohnen, liegt Benahavis. Ein winziger Ort. Von außen betrachtet eher unscheinbar. Von innen betrachtet voll von kleinen, schönen Restaurants und Bars. Wunderbar. Hier lassen wir es uns mit unseren Freunden Lynne und Simon einen Abend lang richtig richtig gut gehen 🙂
Fotos oben: Benahavis
Estepona. Estepona liegt etwa 20 Minuten südlich von Marbella und hat rund 70000 Einwohner, ist also ein mittelgroßes Städtchen. Estepona hat uns sehr gut gefallen, weil es sehr authentisch wirkt. Es ist nicht so „aufgepeppt“ wie Marbella, sondern eben sehr spanisch, sehr beschaulich, irgendwie sehr nett. Estepona hat eine schnuckelige Altstadt ohne Gucci-Läden, aber mit vielen kleinen Restaurants und es hat eine schöne Promenade am Meer entlang, an der sich wunderbar flanieren lässt. Am Hafen ist sonntags ein kleiner Markt, an dem auch Handtaschen verkauft werden. Jetzt eine weniger 🙂 . Es war schön in Estepona, mehr ist dazu nicht zu sagen, aber auch nicht weniger.
Fotos oben: Estepona
Fast schon der Schlusspunkt unserer Reise: Granada. Granada kennt irgendwie jeder. Granada klingt. Und auch Alhambra klingt. Wir sind zum ersten Mal hier und gespannt. Und bis wieder wieder abreisen wissen wir – Granada ist toll und wir möchten gerne wiederkommen.
Granada hat heute 240000 Einwohner, ist also ein relativ große Stadt. Die Gegend hier wird seit mindestens 2500 Jahren besiedelt. Zuerst die Phönizier und Iberer, dann die Römer, dann die Vandalen, danach die Westgoten, dann die Mauren und dann ab 1492 die Spanier. Königin Isabella I. hat Granada zurückerobert und ab da blieb es spanisch. Eine bewegte Geschichte, wie bei so vielen Städten hier. 1492 ist übrigens auch das Jahr in dem Kolumbus Amerika entdeckt hat.
Die Geschichte der Stadt hat auch viele dunkle Seiten. 1066 haben die Mauren hier die jüdische Bevölkerung massakriert. 1499, nach der spanischen Eroberung, wurden Scheiterhaufen errichtet zur Verbrennung islamischer Bücher und Werke und nebenbei wurden auch wieder so viele Juden mitverbrannt, wie man fassen konnte. Und vieles mehr..
Davon spürt man heute nichts mehr. Die Stadt ist lebhaft, lebendig, angenehm, gesellig. Schön.
Die Alhambra ist eine riesige Festung und zugleich ein riesiger Palast auf einem Berg in der Stadt. Die Muslime haben sie vor 700 bis 800 Jahren ausgebaut und König Karl V. hat später auf der muslimischen Residenz einen seiner Paläste erbauen lassen. Die Alhambra ist schön und interessant. Wir fühlen uns an die großen Madras und Paläste in Usbekistan erinnert. Wenngleich wir beide feststellen, dass die usbekischen Bauten farbenprächtiger waren als die Alhambra. Aber der Stil ist der gleiche.
Fotos oben: Granada und die Alhambra
Den Schluss unserer Reise bildete Malaga. Malaga ist die sechstgrößte Stadt Spaniens. fast 600000 Einwohner leben hier. Fast jeder Tourist, der in die Region fliegt, kommt über den Flughafen von Malaga. Seit der Mitte des 15ten Jahrhunderts ist Malaga spanisch und im Schwerpunkt christlich. Davor hat es alle Eroberungen und Rückeroberungen mit durchgemacht, die die Region erlebt hat. Wir haben von Malaga nicht viel erwartet, mussten Zeit totschlagen, bis zu unserem Rückflug. Und waren umso mehr überrascht von der sympathischen Altstadt und dem netten Flair der Stadt. Malaga ist deutlich mehr, als wir erwartet haben.
Zum Schluß bleibt uns zu sagen: Andalusien, du warst schön, du bist schön und wir kommen sehr gerne wieder.
Adios!
Hallo liebe Eva, geärgert haben uns die Affen nicht, aber man darf ihnen nicht zu nahe kommen, das mögen sie offensichtlich nicht, jedenfalls wurden sie dann leicht aggressiv und aufdringlich. Ja, nach Granada fahren wir sicher wieder! Wünschen Dir ein schönes Wochenende. Liebe Grüße von Edith & Hermann
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Super interessanter Bericht, wieder mit traumhaften Fotos. Habe so richtig beim Lesen Fernweh bekommen. Haben euch die Affen auch geärgert? 🙂 Nach Grenada möchte ich auch gern mal wieder, die Stadt hat mir gut gefallen, überhaupt Andalusien. Liebe Grüße Eva
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