Goa – für Indienanfänger ein buntes Paradies

Dieses Mal habe ich mich, Edith, alleine in die große weite Welt hinaus gewagt. In den Bundesstaat Goa, dem kleinsten Bundesstaat von Indien. Inspieriert wurde ich von meiner langjährigen Freundin Michaela, die schon seit mehreren Jahren sich eine kleine Winterauszeit in diesem Sonnenparadies gönnt.

Am 14. Januar 2019 bestieg ich das Flugzeug in München mit dem Ziel Mumbai und von dort flog ich nach ca. 5 Stunden Aufenthalt weiter nach Dabolim, dem Flughafen von Goa. Dort erwartete mich um 6 Uhr morgens schon Micha mit dem Taxifahrer John, der auch während meines ganzen Aufenthalts in Goa für kleinere und weitere Fahrten zur Verfügung stand. Es war schon ein Luxus für mich, dass meine Freundin mir es so einfach machte, diesen ersten Schritt in ein für mich total unbekanntes Land mit ganz anderen Gepflogenheiten zu gehen. Hier Fotos vom Empfang am Flughafen Dabolim.

John brachte mich in das Guesthouse Felix Villa in Candolim Beach, ca. 200 m vom Strand entfernt. Micha hat schon die letzten Urlaube in diesem Guesthouse verbracht und hat mich bei den Gasteltern empfohlen. Man braucht schon Referenzen, um als Gast angenommen zu werden. Mein Zimmer lag im 1. Stock, Micha wohnte unter mir. Ich fühlte mich sofort wohl. Ein helles großes Zimmer mit einem riesigen Bett, über dem ich mein mitgebrachtes Moskitonetz anbrachte. Sogar einen Kühlschrank durfte ich mein eigen nennen und… er funktionierte sogar :-).

Der erste Tag war voller neuer aufregender Eindrücke, so dass ich trotz der Zeitverschiebung und des langen Fluges bis Abends durchhielt. In Candolim Beach treffen sich alljährlich während der Wintermonate immer wieder die gleichen Menschen. Manche neuen, wie zb ich :-), kommen im Laufe der Jahre hinzu. Früher war Goa ein Hippieparadies und noch heute tummeln sich hier viele Althippies, was ich als sehr inspirierend und angenehm empfand. Viele boten Unterricht wie Tai Chi, Qi Qong, Yoga am frühen Morgen gegen einen kleinen Obulos am Strand an. Dadurch, dass Micha schon viele Menschen dort kannte, fühlte ich mich bald heimisch.

Hier ein paar Eindrücke:

Die Schuhe mussten vor der Zimmertüre stehen bleiben, denn ich war peinlichst darauf bedacht, den Sand aus dem Zimmer fern zu halten. Ich habe im Laufe der Zeit eine Methode – überall feuchte Lümpchen – gefunden, die das Zimmer wirklich sandfrei hielt.

Jetzt muss ich noch ein paar Fakten zu Goa niederschreiben, um den Ansprüchen meines Mannes halbwegs zu genügen :-).

Goa ist Indiens kleinster Bundesstaat mit ca. 1,7 Millionen Einwohner und liegt an der mittleren Westküste am Arabischen Meer. Ganz Indien hat fast 1,4 Milliarden Einwohner. Daran erkennt man, wie winzig Goa ist. Goa ist im Vergleich zum restlichen Land sehr wohlhabend und hat ein circa dreimal höheres Pro-Kopf-Einkommen als der indische Durchschnitt. Die beste Reisezeit ist von November bis April, da von Mai bis Ende Oktober die Regenzeit einsetzt. Ich war drei Wochen im Januar und es herrschten nie mehr als 32 Grad Wärme, die trocken und nie schwül war. Am Abend wehte leichter Wind und man benötigte sogar oft ein Tuch um die Schultern, damit es nicht zu kühl wird. Ein wirklich sehr angenehmes Klima und jeder Tag ist gleich schön.

1498 war der Protugiese Vasco da Gama zum ersten Mal an der indischen Küste und danach war die Region rund 450 Jahre lang portugisische Kolonie und weist daher eine besondere kulturelle Prägung auf. Kaum ein indischer Bundesstaat ist kulturell so nachhaltig von einer europäischen Kolonialmacht beeinflusst worden wie Goa. Daher auch ein großer katholischer Bevölkerungsanteil in Goa. Ca. 25 % sind Katholiken, aber mit ca. 65 % dominiert die hinduistische Bevölkerung. Muslime sind mit ca. 8 % in der absoluten Minderheit.

Nur ein kleiner Teil der Fläche kann landwirtschaftlich genutzt werden, deshalb müssen Lebensmittel aus den Nachbarbundesstaaten eingeführt werden. Angebaut werden vor allem Reis, Zuckerrohr, Nüsse, Obst. Die Fischerei spielt auch eine große Rolle und John, unser Taxifahrer ist begeisterter Hobbyfischer.

Kühe begegnen einem auf Schritt und Tritt. Ob auf dem Weg zum Strand, vorm Supermarkt oder auf den Straßen.

Mit dem Bus kommt man von Candolim gut in die Hauptstadt Panaji. Die Fahrt ist ein Erlebnis für sich. An der Haltestelle vor Panaji setzt man dann mit der Fähre über den Mandovi River in die Stadt über. Es herrscht ein reges Treiben und man muss wirklich vorsichtig sein, von den vielen Scooterfahrern nicht über den Haufen gefahren zu werden. Besonders rücksichtsvoll sind indische Scooterfahrer sowie Autofahrer wirklich nicht. Das hat mich zu Beginn wirklich schon erschreckt.

Panaji oder auch Pangim genannt, ist ein für indische Verhältnisse sehr gepflegter Ort. Wir besuchten dort einen Künstlermarkt und bestaunten Kunstwerke aus allen Teilen von Indien.

Ansonsten verbrachte ich ruhige Tage, 1x hab ich sogar meditiert :-), schaute den Trommlern am Abend zu, wenn sie zum Sonnenuntergang trommelten und einige Besucher dazu entrückt tanzten und ließ mich einfach entspannt treiben.

Einige Male machten wir mit John auch eine Rundfahrt ins nördliche Goa, besichtigten einige Kirchen und Tempel und machten auch kurz Station in Old Goa. Eine Fahrt zu einer Gewürzplantage stand ebenfalls auf unserem Programm.

Man kann in Candolim gut einkaufen, es gibt sehr gut sortierte Supermärkte, Restaurants, in denen man sehr gut und für indische Verhältnisse teuer essen kann. Aber verglichen mit deutschen Preisen immer noch günstig. Für ein schönes und wirklich sehr gutes Essen mit Wein und Wasser bezahlten wir ca. 50 €. Nicht teuer für uns, aber wenn man bedenkt, dass man auch unter 10 € für zwei Personen essen kann, dann ist der Klassenunterschied schon erkennbar.

Oft haben wir bei Rachel gegessen, geht nur auf Vorbestellung. Indische Hausmanns- oder Hausfrauenküche, die unheimlich gut schmeckt. Begeistert war ich von dem Reis zu den Gerichten, angerichtet mit Curryblättern und viel geschmackvoller als der Reis, den man hier in Deutschland in indischen oder asiatischen Restaurants bekommt. Ich habe das Essen hervorragend vertragen und ich denke, dass meine Vorsichtsmaßnahmen – jeden Tag nach dem Zähneputzen und am Abend einen Schluck Whisky 🙂 – überflüssig waren.

Nach gut 2 Wochen war mein Aufenthalt in Goa beendet. Ich verließ Goa und Micha, um noch 3 Tage in Mumbai, dem früheren Bombay, zu verbringen, bis es wieder nach Hause ins kalte Deutschland ging.

Mumbai ist mit fast 19 Millionen Einwohnern eine riesige Stadt. Und natürlich habe ich nur einen kleinen Teil dieser Stadt während meines kurzen Aufenthalts besichtigen können. Ich wohnte im südlichen und auch wohlhabenderen Teil Mumbais, im Stadtteil Colaba, das als das wohlhabendste Stadtviertel Mumbais beschrieben wird. Im Hotel Fariyas war ich sehr gut untergebracht und konnte das berühmte Hotel Taj Mahal sowie das Gateway of India zu Fuß erkunden. Es war wirklich beeindruckend, dieses große und pompöse Hotel von innen und von außen  zu besichtigen.

Ich leistete mir im Hotel einen schwarzen Tee, weil man, wie man mir sagte, das unbedingt mal gemacht haben muss. Das war mein teuerster Tee ever und dabei mag ich gar keinen Tee :-). Aber es war schon beeindruckend, was da an Luxus aufgeboten wird, wenn man dazu noch bedenkt, in welchem armen Land man sich befindet.

Um das Gateway of India herrschte reges Treiben. Beachtlich war, dass kaum „weiße“ Touristen unterwegs waren. Und so war ich schon eine kleine Sensation und wurde mehrmals darum gebeten, mich fotografieren zu lassen. Besonders schön fand ich auch die bunt gekleideten Frauen. Überhaupt sind die leuchtenden Farben, die man sowohl in der Kleidung als auch auf dem Markt bei Obst und Gemüse findet, ein Augenschmaus und eine Wohltat für das Gemüt.

Reichtum und Armut findet sich in Mumbai ganz dicht beieinander. Ich bestaunte glamouröse Feiern und erschrak vor erschreckender Armut. Und das unmittelbar nebeneinander.

In meinem Hotel war ich gut aufgehoben. Auffallend war auch, dass vor jedem Hotel, vor jedem Einlass ins Hotel, Sicherheitskontrollen stattfanden. Nach den Attentaten im Jahr 2006 ist man sehr auf Sicherheit bedacht. Ich war nach den 3 Tagen in Mumbai letztlich doch froh, wieder die Heimreise antreten zu können. Goa war schön und erholsam, Mumbai anstrengend und laut. Für eine Frau alleine vielleicht nicht unbedingt zu empfehlen. Ich war nur tagsüber unterwegs und auch oft mit dem Taxi. Mumbai ist eine riesige Metropole, eine der größten Städte der Welt. Und das Aufeinandertreffen von vielen Kulturen, von armen und auch reichen arroganten Indern empfand ich als anstregend. Überhaupt empfand ich Inder, egal ob Mann oder Frau, eher ablehnend und unfreundlich westlichen Menschen gegenüber. Vielleicht lag es auch nur an meiner Wahrnehmung, aber verglichen mit meinen Erfahrungen in afrikanischen oder asiatischen Ländern wirkte das sehr befremdlich auf mich.

Dennoch.. nächstes Jahr möchte ich wieder dem Winter in Deutschland ein Schnippchen schlagen und 2-3 Wochen in Goa verbringen :-).

Ein Gedanke zu „Goa – für Indienanfänger ein buntes Paradies

  1. Superb photos Edith – the colours are spectacular. Goa looks like an amazing place to visit 🙂 Much love Lynne & Simon xxxx

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