Teil 2: Chiang Mai – die ´Rose des Nordens´
Samstag Morgen gegen 10 Uhr kommen wir in Chiang Mai an. Die Temperatur ist angenehm und die Luft nicht so feucht wie in Bangkok. Chiang Mai wird wegen der schönen landschaftlichen Umgebung der Stadt von den Thais auch die ´Rose des Nordens´ genannt. In Bangkok hatte man uns schon immer gewarnt, wir würden in den zwar schönen, aber so kalten Norden fahren, aber so kalt war es dann doch nicht, kaum ein paar angenehme Grad kühler als in der Hauptstadt.
Die Bahnfahrt nach Chiang Mai war interessant und abwechslungsreich. Durch die Berge, Serpentinen hinauf und wieder herab, an Reisfeldern entlang und mit Stopps an winzigen Bahnstationen.
Mit einem ´Red Taxi´ geht es vom Bahnhof in Chiang Mai das kurze Stück zu unserem Hotel, dem Rati Lanna Resort. Wie wir sehr schnell lernen, sind die roten Taxis in Chiang Mai das Verkehrsmittel der allerersten Wahl. Günstig, bequem, einfach und fast überall leicht zu finden.
Das Rati Lanna liegt ein paar Minuten südöstlich des inneren Altstadtviertels von Chiang Mai. Es ist sehr komfortabel und angenehm. Nicht so perfekt organisiert, wie das Lebua Hotel, aber dafür etwas kleiner, grüner und kuscheliger.
Nach dem wir unser Zimmer bezogen haben, brechen wir auf zu einem ersten Trip in die Innenstadt von Chiang Mai. Die Innenstadt ist im Kern ein Quadrat mit rund 1,2 Kilometer Kantenlänge, das von einem Kanal umschlossen und begrenzt wird und zu dem 4 Gates Einlass geben. In diesem Quadrat und dicht um es herum, spielt sich in Chiang Mai der Großteil des touristisch interessanten Lebens ab. Satte 200 buddhistische Tempel gibt es in Chiang Mai, die meisten davon liegen in diesem zentralen Geviert.
Nach unseren ersten Erkundigungen buchen wir über den Concierge des Hotels einen Trip mit einem Fahrer zu einigen der Sehenswürdigkeiten und vor allem zu einem nächtlichen Blick auf die Stadt von einem der westlich gelegenen Berge, oder besser Hügel.
Abends besuchen wir dann den samstäglichen Walking Market und kaufen noch das eine oder andere Souvenir. Zum ersten Mal bekomme ich Kopfschmerzen auf dieser Reise. Der Dreck in der Luft, der hier aber immerhin schon deutlich geringer ist als in Bangkok, und vielleicht auch die kurze Nacht, machen mir ein wenig zu schaffen. Jetzt schon erfahrene Taxifahrer, verschmähen wir die Angebote der vielen Tuk Tuk Fahrer und fahren für nur 100 BHT sehr bequem mit einem Red Taxi zurück zum Rati Lanna.
Sonntag. Spätes Frühstück in dem kleinen schnuckeligen Restaurant des Rati Lanna mit Blick auf den Mae Nam River. Zwei Dinge fallen uns auf. Erstens, das Personal des Rati Lanna unterscheidet sich in Freundlichkeit und Aufmerksamkeit wesentlich vom Personal des Lebua. Das Lebua war in dieser Beziehung wirklich außergewöhnlich. Zugegeben, das ist Jammern auf hohem Niveau, aber es fällt uns auf. Und zweitens: Der River, der Fluss fließt nicht wirklich, bzw. nur im Tempo einer betagten ruhebedürftigen thailändischen Süßwasserschildkröte. Umso erstaunlicher, dass der Fluss nicht riecht. Er ist eben touristisch eingewiesen 🙂
Als letzten Ausflug in die Innenstadt von Chiang Mai fahren wir mit einem Taxi an das Osttor der Altstadt und gehen dann zu Fuß die Ratchadamnoen Road hinein. Es ist wieder heiß heute, aber bei weitem nicht so schwül, wie es in Bangkok war. Wir deutschen Touristen möchten heute gerne ein schönes kühles Bier zum Mittagessen trinken und lernen, es gibt in Thailand keinen Alkohol zwischen 14 Uhr und 17 Uhr. Es wird also mittags nichts mit unserem kühlen Bier. So ziehen wir los und sehen uns einen schönen Tempel an.
Danach geht es mit einem Red Taxi zurück zum Hotel. Nach dem Schwitzen am Mittag und Nachmittag ist der kühle Pool einfach nur herrlich und angenehm. Er baut uns auf für unsere heutige Abendtour zum Sonntagsnachtmarkt in der Altstadt. Der Sonntagsnachtmarkt ist in einer anderen Straße als der Samstagsnachtmarkt. Das Rati Lanna hat uns aber perfekt informiert.
Es ist heute die Nacht vor dem Loy Krathong Fest. Überall sind Menschen, es gibt keinen freien Fleck. An manchen Orten wird Musik gemacht. Jede und jeder Thai und jeder Tourist ist unterwegs und kauft und sieht und isst und flaniert durch die Straßen. Da Edith meine Einkaufsgeduld geringer einschätzt als ihre eigene, worin sie sicher recht hat, werde ich von ihr großzügig auf der Terrasse des Lavana Hotels abgesetzt und höre dort einem Musikanten zu, der speziell für mich Jdie Musik aus meiner Jugendzeit auf der Gitarre spielt. Dazu gönne ich mir einen Drink und einen kleinen Snack.
Und nachdem Edith den Markt schließlich leergekauft hat, ziehen wir dann gemeinsam nochmals los und kaufen den Rest 🙂 und flanieren zum Osttor. Mit einem Red Taxi geht es dann wieder zurück zum Rati Lanna.
Am nächsten Tag ist für uns totaler „Urlaub“ angesagt! Nach dem Frühstück vertreiben wir uns die heute Zeit mit gemütlichem, absolut tatenlosem, inaktivem Rumhängen am Pool, etwas Schreiben an unserem Blog, kühlen Drinks und Essen. Das Chang Bier schmeckt immer besser je mehr man davon trinkt, ich gewöhne mich daran, und auch Edith genießt die Rati Lanna Margaritas. Das Wasser im Pool ist angenehm und kühlt den Körper wunderbar ab.
Abends findet heute im Hotel an allen freien Plätzen rund um den Pool und zum Flußufer hin ein großes Loy Krathong Night Event statt. Das Hotel hat alles wunderschön dekoriert und geschmückt. Es gibt ein sehr umfangreiches Buffet mit Essen aller Art. Live Musik und Tanzvorführungen gehören natürlich auch dazu und sind schön anzusehen und zu hören.
So geht unser letzter Abend in Chiang Mai zu Ende. Morgen Abend geht es schon weiter, nach Westen, nach Indien, nach Kalkutta, an den Ganges. Das wird eine ganz andere Erfahrung.
Mehr davon im 3. Teil unseres Blogbeitrags: Kalkutta, die Stadt am Ganges.