Juli 2015 – es ist endlich wieder so weit! Meine (Hermann´s) alljährliche Motorradtour mit meinen Harleyfreunden (eine MV Agusta hat sich auch eingeschmuggelt 🙂 ) steht an. Nachdem wir Fünf bereits alle Pässe und die schönsten Flecken in den Alpen und weiter im Süden erforscht haben, fahren wir dieses Jahr ganz gemütlich (wir Alt-Rocker werden auch nicht jünger) zum Gardasee! Unser erstes Ziel ist Riva am Nordende des Sees. Dort beziehen wir Quartier für die nächsten 4 Nächte und von dort aus werden wir nach Süden, Westen und Osten die Region ´erfahren´ und es uns gemeinsam gut lassen mit dem dumpfen Wummern der Motoren, schönen Pässen und Straßen und allem, was die Region so zu bieten hat. Und vor allem mit Zeit miteinander und bestimmt wieder vielen Gesprächen und viel Spaß. Am 1. Juli ging es los!
Wir fünf, Giacomo, Wolfgang, Holger, Klaus und ich kennen uns schon seit vielen Jahren und fahren nun schon seit über 10 Jahren gemeinsam Motorrad. Irgendwie lässt uns das Benzin nicht los. Neben den Motorrädern haben alle von uns mehrere Autos und einfach einen Faible für Motoren und alles darum herum. Wir gehen nun alle auf die 60 zu, sind also im besten Männeralter, und gönnen uns diesmal Spaß in Bella Italia! Oldies but Goldies on Tour! Die Jungs lächeln noch ein wenig über unseren Blog – aber neugierig sind sie doch und fragen mich jeden Tag, ob es denn schon etwas Neues darin gibt. Nun denn!
Von links nach rechts: Wolfgang, Klaus, Holger und Giacomo. Wilde Typen 🙂
Am Mittwoch den 1. Juli sind wir also gestartet von München nach dem Frühstück bei Klaus und Angelika nach Süden. Gleich der Start begann schon mit kleinen Komplikationen – an der Maschine von Holger waren die Gaszüge defekt. Holger musste also gleich morgens in die Werkstatt und kam dann mit 2 Stunden Verspätung nach. Klaus, Wolfgang und ich sind deshalb zu dritt losgefahren und haben an der Garmischer Autobahn noch Giacomo eingesammelt. Dann zu viert zum Kochelsee, dem Walchensee und dann weiter Richtung Ötztal. Am Eingang zum Ötztal hat uns dann auch Holger erreicht und wir konnten nun endlich zu fünft dem Süden entgegen fahren. Über Sölden, Obergurgl, Hochgurgl zum Timmelsjoch und dann weiter fast genau nach Süden, immer weiter Richtung Riva.
Gegen 19:30 erreichen wir Riva. Das Wetter unterwegs war gut, fast zu gut, Sonne pur und sehr, sehr warm. Unser Hotel ist absolut klasse, das Hotel du parc et du lac in Riva. Wie der Name schon sagt, hat es einen riesigen Park mit fast tropischen Pflanzen und liegt direkt am See. Hier kann man es sich wirklich gut gehen lassen, und genau das haben wir auch vor.
Am zweiten Tag, Donnerstag, brechen wir um 9 Uhr auf. Es geht heute linksherum einmal um den Gardasee. Wie es sich für harte Rocker gehört natürlich nicht nur auf dem geraden Weg, sondern zunächst einmal über kurvige Bergstraßen. Nördlich von Salo kommen wir dann zum See zurück und machen in Salo erst mal Rast. Eisessen ist angesagt – gelati per favore!
Danach geht es weiter bei dichtem Verkehr an Desenzano vorbei Richtung Sirmione. Zum Mittagessen halten wir in einem Hotel und Restaurant, das bei einigen von uns schon bekannt ist. Letztes Jahr haben Edith und ich uns hier mit Cosima und Giacomo getroffen, die tollen Autos der Mille Miglia beim Vorbeifahren beobachtet und dabei wunderbar zu Abend gegessen. Essen ist uns alten Herren auch hier wichtig. Abends lassen wir es uns bei gutem Essen und guten Getränken immer gut gehen. Und nach unserer heutigen Tour gönnen Wolfgang, Klaus und ich uns auch noch den Pool und einen guten Gin Tonic! Cheers!!

Am Freitag geht es dann in die westlichen Berge. Heute bin ich unser Road Captain. Wir wechseln das jeden Tag, damit jeder die Tour mit gestalten kann und keiner zu kurz kommt. Das System hat sich bei uns wirklich gut bewährt. Jedes Alphatier muss sich leider mal zurück nehmen, darf aber dafür auch mal der Captain über alle sein!
Giacomo gönnt sich heute einen Tag Auszeit von uns – wir sind wohl zu anstrengend oder zu langsam 🙂 – und macht heute alleine eine Tour. Das gehört zu einem unserer Lerneffekte. Wir haben keinen Gruppenzwang, sondern nehmen uns selbst nicht ganz so ernst und sind tolerant und offen gegenseitig. Und das ist im Laufe der Jahre immer besser geworden. Wie in einer Ehe lernen wir fünf auch miteinander gut und immer besser umzugehen. Vielleicht sollten wir uns heiraten 🙂
Das erste Stück geht es heute links herum über Limone nach Gargagno und dort dann scharf rechts in die Berge, Richtung Idro See. Eine wirklich wunderschöne Strecke. Kaum befahren und wunderbar schlängelnd durch Wälder, an kleinen Stauseen entlang und zwischen Felsen über die Berge. In Idro machen wir eine Kaffeepause. Dort beginnt dann unsere täglich üblich Tourdebatte 🙂 Unsere Tagesetappen sind quasi „qualifizierte Vorschläge“ des Tour Captains, die dann während der Tour noch „nachgearbeitet“ werden vom Team. So geht es auch mir. Aus dem Plan zum Iseo See zu fahren und dann in Brescia Mittag zu essen, wird vor dem Iseo See ein Schwenk nach Süden über Serrazzo und dann Richtung Westen zum Gardasee zurück.
Bei Salo stoßen wir wieder auf den See. Irgendwie bin ich heute so in Fahrlaune – kein Wunder, darf ja nicht zum Iseo See – dass ich das längst überfällige Mittagessen wohl völlig vergesse. Die Mannschaft hinter mir meutert beinahe. Zum Glück habe ich keinen Funkkontakt mit den Jungs und merke erst nach deutlichen Zeichen den Hunger hinter mir und so wird durchgefahren bis fast vor Riva, ehe wir an einem wunderbaren Restaurant mit schönem Blick auf den See Mittag machen. Die Kommentare der Jungs sind natürlich entsprechend. Einige wären fast verhungert vom Motorrad gefallen 🙂 Aber zum Glück haben wir alle mit gutem Edelspeck am Körper für Hungerphasen über Jahre vorgesorgt und so haben alle glücklich überlebt! Mea culpa, Jungs!!
Man glaubt es nicht, aber trotz bester Wettervorhersagen kommt aus dem Nichts ein Gewitter und leichter Regen auf uns zu und wir schaffen es nach dem Mittagessen, gerade noch rechtzeitig in die Garage des Hotels. So gegen 15:30 Uhr sind wir zurück und erholen uns von der harten Fahrt tapfer bei mehreren Bieren und Kaffee im Hotel.
Samstag, unser vierter Tag. Heute lege ich mal ein ganz faulen Tag am Pool ein 🙂 , während die anderen vier in brütender Hitze den Weg über Rovereto zum Monte Baldo auf sich nehmen. Für mich dagegen steht auf dem Programm: langes Schlafen, Emails, etwas am Blog basteln, am Strand entlang spazieren, eine Kleinigkeit essen und am Pool gönne ich mir dann noch einen kühlen Gin Tonic. Noch besser wäre der Gin Tonic im Pool, aber das ist leider nicht zugelassen.
Den anderen geht es wohl ebenfalls gut, jedenfalls kommunizieren wir ganz munter miteinander. Das Mittagessen fällt für die Biker heute nicht aus – dennoch klingen sie nicht so richtig zufrieden mit der Mittagspause. Tja, Road Captain (heute Wolfgang) ist kein leichter Job 🙂
Für abends habe ich Monika und Fabian zum Abendessen ins Hotel zu uns eingeladen. Es wird ein wirklich schöner Abend zu siebt. Und die beiden lernen von der langen vielfältigen Lebenserfahrung uns älterer Herren. Wobei nicht jede Lebenserfahrung vielleicht unbedingt ernst genommen und nachgeahmt werden muss 🙂
Sonntag, Tag der Rückfahrt. Das ist immer ein etwas schwieriger Tag. Wir alle schwanken zwischen noch genießen wollen und einem aber schon sich langsam entwickelnden Zug nach Hause. Morgen müssen wir alle wieder an unsere Schreibtische 😦
Giacomo hat heute den schwierigsten Road Captain Tag, den es gibt. Er muss uns sicher und motiviert in brütender Hitze gen München dirigieren. dabei das Mittagessen nicht vergessen !! 🙂 Und er macht das absolut souverän und klasse.
Über Bozen, den Mendel Pass, viele Kurven, einen Abstecher zum Jaufenpass, dann wieder zurück (wegen mir, mea culpa) zur alten Brenner Straße, weiter über Innsbruck und den Zirler Berg, kommen wir bis kurz vor Mittenwald, wo wir uns aufteilen und voneinander verabschieden. Unsere Tour 2015 ist zu Ende. 2016 wartet auf uns!!
Irgendwann möchte ich mal die schönsten Bilder unserer jährlichen Touren sammeln und in eine Art Foto-Historie-Buch bringen. Diese Aufgabe wartet noch auf mich. Ich freue mich schon darauf. Old guys on wonderful bikes!
Zum Schluss noch ein paar Bilder bunt gemischt.





















Hermann ich wünsch euch viel spaß Lg. Andreas
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…..viel Sonnenschein eine trockene Fahrbahn und ein paar gemütliche Tage mit den Bikerfreunden. Lg.Anita
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