um die Schönheiten des Lago di Como zu entdecken.
![]()
Dieser See ist durchaus auch für „Normalsterbliche“ ein wunderschönes Erlebnis.
Dienstag früh – vor uns liegen 5 Tage nur für uns! Und unser Plan ist den Lago di Como zu erforschen. Nur ein kleines Stück westlich des Gardasees (auf bayerisch: Lago Bavarese 🙂 ) und ein noch kleineres Stück südlich von St. Moritz, ist er für uns doch bisher noch Neuland.
Unser Weg führt uns von München aus zuerst zum Bodensee, dann fast direkt Richtung Süden. In der Nähe von Chur biegen wir ein paar Kilometer nach Westen ab und machen einen kurzen Abstecher nach Ruschein, einem kleinen Ort, in dem Edith mit einer sehr guten Freundin und der Rasselbande von vier Kindern viele schöne Urlaube erlebt hat, an die sie mit Freuden immer noch gerne zurück denkt. Ruschein ist winzig, aber wirklich wunderschön. Eine kleines Graubündener Bergdorf. Idyllisch gelegen, kaum von Touristen gefunden und besucht. Edith sagt, Ruschein hat sich in den letzten 30 Jahren kaum verändert. In den Schweizer Bergen bleibt die Zeit eben einfach stehen. Wir sehen uns das Haus an, in dem Edith damals gewohnt hat, besuchen die Kirche, den kleinen Krämerladen, trinken eine kleine Erfrischung im einzigen Lokal am Platz und machen viele Fotos für die Kinder und unsere Freundin. Dann fahren wir los, weiter Richtung Süden, Richtung Comer See.
Impressionen aus Ruschein.
Über Silvaplana, an St. Moritz vorbei, über Chiavenna gelangen wir zum Lago di Como, nach Varenna, wo wir ein Hotelzimmer für die nächsten Tage gebucht haben.
Varenna liegt am Ostufer des Sees und wird auch die Perle des Comer Sees genannt. Und die ist es auch, zumindest eine der schönen Perlen des Comer Sees, die wir noch erkunden werden. Unser Hotel, das Eremo Gaudio, liegt an einem Berghang, etwa 150m oberhalb des Ortes. Zum Glück gibt es eine befahrbare Straße und einen Parkplatz am Hotel, das macht es bei den derzeitigen Temperaturen von rund 35 Grad tagsüber etwas leichter. Alle anderen Hotels von Varenna liegen im Ort, haben aber keine Parkplätze. Für die Autos gibt es ein Parkhaus am südseitigen Ortsausgang. Das Eremo Gaudio bietet einen fantastischen Blick auf den See. Und auch sonst ist das Hotel sehr empfehlenswert, sofern man den kurzen und schweißtreibenden Auf- und Abstieg zu Fuß in den Ort und zurück nicht scheut.
Blick vom Hotel auf den See.
bergauf, bergab im Ort
Das Seeufer in der Altstadt von Varenna.
Abends gehen wir natürlich Essen in den Ort, drehen davon noch eine Erkundungsrunde durch die Altstadt und lassen uns dann im Hotel-Restaurant Royal Victoria verwöhnen. Wer nicht unbedingt Touristenrestaurants sucht und ein wenig mehr die Stille bevorzugt, findet hier den richtigen Platz bei einer wirklich sehr guten Küche, einem exzellenten Service und einem wunderbaren Blick auf den See. Wir genießen gemeinsam den romantischen Abend zu zweit.
Übrigens, ein Wort zu den Preisen: wir kommen ja gerade aus der Schweiz, aus dem versteckten kleinen Bergdorf Ruschein, wo man für ein blankes Spiegelei 13,50Sfr bezahlt, ohne jegliches „Zubehör“, hier im Restaurant Royal Victoria, mit Blick auf den Comer See, super Service und luxuriöses Ambiente inklusive, haben wir für zwei Prosecco und unsere Nibbles zusammen 10€ bezahlt. Und auch unser wirklich hervorragendes Abendessen lag inklusive Wein unter 100€. Viva Italia! Bella Italia!
![]()
![]()
![]()
Wer uns kennt, weiß, dass wir gutes Essen selten liegen lassen 🙂
Abendkino am Dorfplatz in der Altstadt.
Mittwoch. Heute am Mittwoch beschlossen wir uns ganz einfach einen absolut entspannten Tag in Bella Italia zu gönnen 🙂 Keine Autofahrt, keine Erledigungen, kein Programm, keine Hotelsuche, kein gar nichts.
Vormittags ein kleiner langsamer Bummel durch die Altstadt von Varenna, mittags ein Gläschen frischen Weißwein und einen kleinen Salat. Danach ein erholsames Mittagsschläfchen im kühlen Hotelzimmer (das ist noch wesentlich erholsamer, wenn man weiß, dass es draußen 35Grad hat). Dann haben wir uns doch noch mit letzter Willenskraft aufgerafft und sind mit dem hoteleigenen Lift hochgefahren zur Eremitage, die zum Hotel gehört, wo gerade Hochzeitsvorbereitungen zugange waren. Das war´s dann. Finito. Noch ein schönes Abendessen am Ufer und der Mittwoch ging ganz relaxt zu Ende.
![]()
![]()
![]()
Donnerstag. Der verschlenderte Mittwoch war wunderschön, aber heute müssen wir unseren touristischen Pflichten nachkommen und etwas erkunden und besichtigen! Nach einem sehr frühen Frühstück nehmen wir als einziges Auto die Autofähre von Varenna nach Bellagio. Die Fahrt ist kurz, etwa 10 Minuten, aber sehr schön und erstaunlich günstig.
![]()
Bellagio ist ein ehemaliges Fischerdörfchen mit römischen Wurzeln. Es liegt an der Spitze der dreieckförmigen Landzunge zwischen den beiden Seearmen und damit im geografischen Zentrum des Sees. Bellagio ist bekannt geworden, durch die vielen Prominenten, die sich in den letzten 200 Jahren hier aufgehalten haben. Politiker, Schauspieler, Schriftsteller, und viele andere. Darunter besonders viele Amerikaner und heute auch viele Asiaten. Ein Amerikaner ging in seiner Liebe zu Bellagio so weit, in Las Vegas ein Casino namens Bellagio zu bauen inklusive eines kleinen künstlichen „Comer Sees“.
Prachtbauten bestimmen das Bild von Belaggio am Ufer entlang. Eindrucksvoll, aber nicht unbedingt heimelig. Parken ist in Bellagio an diesem Tag nicht möglich, zu viele Menschen wollen das gleiche wie wir und die italienische Polizei ist ausgesprochen freundlich, aber doch auch genauso ausgesprochen bestimmt. Deshalb trinken wir nur einen Kaffee an der Promenade, sehen aus der Ferne die vielen Geschäfte am Ufer entlang und den ganz erheblich stärkeren Tourismus als in Varenna und machen uns dann auf den Weg am Westufer der Landzunge entlang nach Süden, nach Como.
![]()
Bereits kurz hinter der Stadt verliert sich an dieser Straße das prächtige Flair von Bellagio vollständig. Die Orte und Häuser erscheinen weniger gepflegt, manche verfallen. Die Straße schlängelt sich kurvig etwa 30 km weit bis nach Como.
Unser Navi lotst uns sehr zielsicher direkt zum Dom von Como. Wir haben diesmal Glück und finden einen perfekten Parkplatz. Direkt am Dom. Como wirkt auf uns schön, ruhig, nett, entspannt, freundlich. Relativ wenige Menschen schlendern auf den Straßen. Es gibt viele schöne Restaurants und viele Geschäfte. Manche davon sind „molto pericoloso“ 🙂
![]()
Der Dom von Como, die Cattedrale di Santa Maria Assunta, ist die letzte in der Lombardei erbaute gotische Kathedrale und ist übrigens durchaus sehr beeindruckend. Sein Bau wurde 1396 begonnen und um 1740 beendet. Seine Marmorfassade ist sehr detailreich gestaltet und auch der Innenraum bietet erheblich mehr, als wir es erwartet haben. Die schöne Decke und einige Detailansichten seht ihr auf den nächsten Bildern.
![]()
![]()
An dieser Stelle lasse ich ein paar wenige Zahlen und Daten zum Comer See einfließen: Der Comer See ist der drittgrößte See Italiens. Er ist flächenmäßig 146qkm groß, ca. 51 km lang, maximal 4,2km breit, verfügt über 170km Uferlinie und ist bei Nesso maximal 425 m tief. Puh, geschafft 🙂
![]()
Zurück nach Varenna fahren wir den Weg quer nach Osten über Lecco und dann am Ostufer des östlichen Seearmes entlang, durch Mandello (die Heimat von Moto Guzzi; motoristi entusiastici kennen das) nach Norden. Am späten Nachmittag sind wir wieder zurück im Hotel. Die Temperaturen haben wieder die mittlerweile von uns gefürchteten 35 Grad erreicht. Deshalb ist jetzt ein kleines Schläfchen im kühlen Zimmer obligatorisch.
Abends gönnen wir uns ein schönes Abendessen und einen guten Wein am Seeufer und bewundern live Musik am Dorfplatz von Varenna und ein Feuerwerk am gegenüber liegenden Seeufer, über Menaggio.
![]()
Freitag. Heute morgen ist die Luft im Freien kühler, das ist gut. Leider ist gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit sehr tröpfchenförmig :-), das ist natürlich nicht so schön. Aber davon lassen wir uns die Laune nicht vermiesen und machen uns nach einem zeitigen Frühstück auf den Weg in den Westen des Sees.
Zuerst geht es mit der Autofähre nach Menaggio. Menaggio ist ein schöner Ort. Irgendwie beschaulich und gleichzeitig irgendwie anregend und aufmunternd.
![]()
Bilder oben und unten: an der Promenade und am Dorfplatz in Menaggio.
![]()
![]()
Von Menaggio aus fahren wir die kleine Küstenstraße nach Süden am Westufer des Westarmes entlang bis Laglio. Gestern erst sind wir quasi parallel auf der Westseite der Landzunge südlich von Bellagio gefahren und waren nicht so angetan von den etwas heruntergekommenen Orten dort. Hier und heute, auf der Uferstraße südlich Menaggio, nur einen guten Kilometer über den westlichen Seearm weiter nach Westen gehüpft, finden wir viele schöne, gepflegte Orte vor. Es macht viel mehr Spaß langsam hier entlang zu fahren. Wir genießen die Fahrt und die Umgebung.
Nach Laglio biegen wir dann ab, weiter Richtung Westen, Richtung Luganer See. Inzwischen regnet es schon richtig kräftig. Wir verlassen Italien für ein Stück des Weges und fahren in die Schweiz, dann kurz danach wieder zurück nach Italien und weiter an die Nordspitze des Luganer Sees. Da es der Wettergott nach wie vor heute vorwiegend regnen lässt und die Sonne gut versteckt, bleiben wir nur auf eine Pizza dort und fahren dann über die Berge zurück nach Menaggio. Das kurze Stück um die Nordspitze des Comer Sees herum nach Osten führt uns dann zurück nach Varenna.
Diejenigen, die uns schon besser kennen, wissen bereits: Touren und Erkundungen machen uns hungrig 🙂 . Also recherchieren wir im Internet und unserem Reiseführer die Restaurant-Landschaft in Varenna nochmals. Ins Auge sticht Edith das Restaurant Cavatappi. Das Cavatappi ist von außen und innen wirklich winzig. Wir zählen 14 Plätze für Gäste. Aber die Küche hat es in sich!! Unsere Recherche hat uns in ein wirklich sehr gutes Restaurant geführt, das auch wir nur wärmstens empfehlen können! (Unbedingt vorab reservieren, sonst ist es ziemlich aussichtslos eine Platz zu bekommen.) Der Koch, dem man übrigens beim Kochen durch ein großes Glasfenster zusehen kann, ist nicht nur handwerklich sehr sorgfältig und begabt, er ist auch phantasievoll und inspirierend und schafft so köstlich schmeckende und optisch sehr reizvolle Kreationen. Siehe auch die beiliegenden Bilder. Es sind nur wenige Bilder, sonst würde dies in einen kulinarischen Bericht ausarten! Aber es hat uns ungeheuren Spaß gemacht hier zu essen. Und der Koch hat sich anschließend über unser Kompliment gefreut. (Via XX Settembre, 8, 23829 Varenna LC, Italien, +39 0341 815349)
![]()
Unser letzter Abend am Comer See geht so in einem wundervollen Ambiente und bei einem guten Glas Wein perfekt zu Ende. Morgen geht es zurück nach Norden. Die Pflicht ruft – bis zum nächsten Urlaub 🙂
Ihr Lieben, tolle Reiseberiichte, die sofort „Fernweh“ erzeugen. Liebe Grüße!
LikeLike
Wer steckt hinter Agostini? 🙂 Freut uns auf alle Fälle, dass du unseren Blog verfolgst
LikeLike