Bangkok, Chiang Mai und Kalkutta – Teil 1: Bangkok

November 2019 – es zieht uns nach Asien. In einem Städtetrip erkunden wir Bangkok, Chiang Mai und Kalkutta.

Wer uns in unseren Blogs schon manchmal begleitet hat, weiß, dass wir absolut keine großen Strandurlauber sind 🙂 . Uns interessieren Städte, Menschen, Atmosphäre, Essen, Bummeln, Märkte, Tempel, Sehenswürdigkeiten und vieles mehr. Auf diesem Trip bekommen wir wirklich reichlich davon. Unser Weg führt uns zunächst nach Thailand, dort nach Bangkok, in die quirlige Hauptstadt, und dann mit der Bahn in den hohen Norden von Thailand, nach Chiang Mai. Von dort schließlich erreichen wir unsere letzte Station dieser Reise, Kalkutta im Nord-Osten Indiens, am Ganges.

Unseren Beitrag gliedern wir in die oben genannten drei Teile: Erstens Bangkok, die Großstadt, zweitens Chiang Mai, die Stadt im hohen Norden, und zum Schluss drittens, Kalkutta, die ehemals britische Kolonialstadt in Indien.

Mit vielen Bildern versuchen wir euch ein wenig von der Atmosphäre der verschiedenen Orte zu vermitteln und hoffen, es gelingt uns. Was sich leider überhaupt nicht mit Bildern vermitteln lässt, sind die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit. Ihr müsst euch also mit eurer Fantasie dazu noch Temperaturen jenseits der 30 Grad und eine gnadenlose Luftfeuchtigkeit dazu denken. Bei Tag und bei Nacht. Sitzen, erst recht nicht Bummeln, ohne zu Schwitzen geht nicht. Also, zieht euch beim Lesen den dicksten Anorak an und Pudelmütze und Handschuhe, dann kommt es vielleicht in etwa hin, das Reise-Feeling 🙂 .

15 Tage haben wir für diese Reise reserviert. Anfang November, das heißt, am Ende der Regenzeit in Thailand und zu Beginn der trockeneren und zumindest geringfügig kühleren Jahreszeit.

Teil 1: Bangkok (und ein kurzer Abstecher nach Ayutthaya)

Unsere Anreise nach Bangkok führt uns am Samstag mit Emirates Airlines über Dubai. 6 Stunden von München nach Dubai und 6 Stunden von Dubai nach Bangkok. Leider hat noch niemand das Beamen erfunden…

Sonntag morgens landen wir in Bangkok auf dem Suvarnabhumi Airport. Mit dem Taxi geht es ab zum Lebua Tower Hotel in die City. Bereits die ersten Meter zwischen Taxi und Hoteleingang geben ein Gefühl, für das Klima, das uns erwartet. Schwitz… Und das am frühen Morgen.

Zum Hotel werden wir später noch mehr berichten. Das Lebua ist ein sehr bekanntes Hotel in Bangkok, das Personal ist überaus freundlich und zuvorkommend. Das Gepäck wird verstaut, unser Zimmer ist noch nicht bereit, dann brechen wir auf in die Bangkok City. Die erste Kontaktaufnahme, die erste Tuchfühlung.

Ich weiß, ihr wartet jetzt schon sehnsüchtig auf das unbedingt notwendige Geschichtskapitel und ein paar Fakten zu Thailand und Bangkok, nicht wahr 🙂 . Nun, dann bringen wir das hinter uns, ehe wir in die Stadt einsteigen.

Kurz und so knapp es geht. Das Königreich Thailand ist eingebettet zwischen Kambodscha und Laos im Osten und Myanmar im Westen. Im Süden grenzt Thailand an Malaysia. Thailand hat heute rund 69 Millionen Einwohner. Bangkok ist die Hauptstadt mit ca. 9 Millionen Einwohnern, der Großraum Bangkok liegt laut Wikipedia bei 14 Millionen Einwohnern. Fast 95% der Thais sind Buddhisten, 4,3% Moslems, 1,2% Christen, und 0,03% Hindus.

Thailand ist seit 1932 eine konstitutionelle Monarchie. Das Parlament führt die Regierungsgeschäfte, aber der König ist immer allgegenwärtig, an jeder Straßenecke, an jedem Tempel, an jedem Restaurant, und übt wohl auch politisch einen deutlichen Einfluss aus. Trotz seines Lieblingswohnsitzes am Starnberger See in Deutschland. Vor 1932 wurde Thailand seit 1238 in verschiedenen Königreichen regiert. Der bekannteste Name, der sich bis heute erhalten hat, ist das Königreich Siam, der direkte Vorläufer des heutigen Thailands.

Thailands Wirtschaft wächst seit langem kontinuierlich und das Land versucht seine Industrie zu entwickeln. Thailand ist die zweitgrößte Wirtschaft in Südostasien, nach Indonesien. Die thailändische Wirtschaft hängt zu 2/3 vom Export ab. Exportiert werden vor allem technische Produkte, die im Land von ausländischen Konzernen gefertigt werden, gefolgt von Reis, anderen Lebensmitteln und Textilien.

Aber nun zurück nach Bangkok.

Die 9 Millionen Einwohner der Stadt spürt man in der Stadt auf Schritt und Tritt. Alles ist voll. Straßen, Gehwege, Shops, alles. Zusammen mit der schwülen, heißen Luft ergibt das eine Art geschlossenes Kochtopfgefühl… Schnellkochtopfgefühl! Bei Tag und Nacht. Die Unterschiede zwischen Tag und Nacht sind auch nur minimal.

Alles wuselt. Aber: An den Ampeln wird bei Rot angehalten! Das haben wir ja z.B. in Vietnam schon ganz anders erlebt. Die Heerscharen von Scootern sind hier in aller Regel auch nur mit 2, selten mit 3 Menschen beladen. Auch dazu haben wir andernorts schon bis zu 5 Menschen auf einem Scooter erlebt. Der Verkehr ist also relativ zivilisiert. Man kommt ohne große Lebensgefahr über die Straße.

Unser erster Ausflug in Bangkok führt uns vom Lebua Hotel mit dem Fährschiff den Chao Phraya hinauf in das Zentrum um die größten Tempel der Stadt. Dabei lernen wir unsere erste Lektion in Bangkok: Wir bezahlen für einen Trip, der noch eine knappe halbe Stunde in einen  Nebenarm des Chao Phraya führt und uns dann am Flowers Market absetzt 1600 BHT.  Im Laufe der Tage lernen wir, dass das auch für einen Bruchteil des Preises geht. Später nutzen wir nur noch das Express Boot für 15 BHT pro Person, das zugleich viel schneller und komfortabler fährt.

Am Flowers Market, direkt am Chao Phraya, haben wir zuallererst Flowers erwartet, aber davon ist nicht viel zu sehen. Es gibt alle Arten von Geschäften, von Souvenirs, bis zu Kleidern und ein paar kleine Imbiss-Restaurants. Wir machen hier unseren ersten kleinen Lunch in Bangkok und unser „Jimmy Bean“ schützt uns wie immer vor allen irgendwie gearteten Durchfallerkrankungen.  Wie bei allen Reisen in potentiell Durchfall riskante Gegenden, bleiben wir auch diesmal bei unserer eisernen Regel, nach dem Zähneputzen, zwischendurch, vor dem Schlafengehen, vor dem Frühstück, immer mal ein kleiner Schluck und Gurgeln aus unserem Flachmann und unser Freund Jimmy schützt vor allen Unbilden 🙂 .

Am Flower Market spüren wir die Hitze und Schwüle so richtig. Eine erste Ansage für die nächsten Tage. Nach dem Flower Market fahren wir mit einem Tuk Tuk zurück zum Hotel. Auch hier lernen wir: Tuk Tuk ist nett anzusehen, aber erstens das teuerste Verkehrsmittel und zugleich das unbequemste und das, das die Fahrgäste am meisten dem Dreck im Verkehr aussetzt.

Und der Dreck ist ungeheuer. Luftverschmutzung, Ruß, Abgase, Umweltverschmutzung jeder Art, generell… diese Begriffe gibt es hier nicht. Der Dreck kommt überall ungefiltert und in rauen Mengen in die Umgebung. Ob das die Schiffsdiesel sind, die überall fette schwarze Rauchschwaden herausblasen, oder die Tuk Tuks oder die uralten Autos oder was auch immer, alles verdreckt die Luft in einer Weise, die in Europa schlicht unvorstellbar ist.

Dieser kurze Ausflug braucht dringend eine Erholung unter der Dusche, danach sind wir wieder fit. Unterstützend gönnen wir uns noch eine Stunde Fußmassage gleich neben dem Hotel, herrlich. Und abends gibt es ein gutes Essen im Restaurant Zabbanglove, zwischen Hotel und Schiffsanleger.

Auch nachts ist es noch unglaublich heiß und schwül und der kurze Regen am Nachmittag hat sicher das Seine dazu beigetragen.

Unser zweiter Ausflug in Bangkok führt uns am nächsten Morgen mit dem Boot zum Wat Pho Tempel. Dieser Tempel ist sehr bekannt für seinen 46 Meter langen liegenden ´reclining´Buddha. Der Buddha ist so eng in seine schützende Überdachung eingepasst, dass man fast das Gefühl hat, er ist eingepresst. Schuhe ausziehen, darauf achten, dass Beine und Schultern bedeckt sind und dann gehen wir bewundernd um den Buddha in seiner Halle herum.

Es ist wieder wahnsinnig heiß und schwül, das bremst unseren touristischen Elan ein wenig ein. Dennoch ist die Anlage des Wat Pho schön und beeindruckend.

Gleich nebenan befindet sich der Grand Palace, der große Königspalast. Eine große Anzahl von Gebäuden und Tempeln sammeln sich um den Hauptbau, den Chakri Maha Prasat, herum. Der Grand Palace war die offizielle Residenz der früheren Könige von Siam von etwa 1782 bis 1946. Nach der Zerstörung der alten Hauptstadt Ayutthaya durch die Birmanen, beschloss der damalige König Rama I. die Hauptstadt und seinen regierungssitz nach Bangkok zu verlegen. So entstand in der Folge der Grand Palace, der neue Königspalast.

Es gibt Sicherheitskontrollen am Eingang zum Grand Palace, die den Namen nicht verdienen und wir sehen viel Polizei und Militär. Im Inneren ist aber alles sehr friedlich und gut besucht. Auch hier ist der aktuelle König in Form von großformatigen Bildern immer und überall präsent.

 

Mit der Fähre setzen wir später über den Fluß zum Wat Arun, einem sehr schönen Tempel, den wir uns aber für den nächsten Tag aufsparen. Mit dem schnellen und billigen Express Boot geht es zurück zum Hotel. Die ersehnte Prozedur, Duschen, Erholung, Fußmassage bei „unserem“ Massagesalon stärkt uns wieder für den Abend.

Leider hat das Zabbanglove an diesem Abend geschlossen, so Essen wir nicht weit davon entfernt im Little Dragon. Schräg gegenüber ist das Shopping Center Robinson, dort gönne ich mir anschließend noch 2 neue Hemden und ein T-Shirt und Edith kauft noch ein paar Souvenirs für unsere Kinder und Enkel zuhause.

Unser weiteres Abendprogramm findet heute im Rotlicht statt 🙂 . Bangkok ist doch berühmt dafür, das wollen wir uns schon mal ansehen. Mit dem Taxi fahren wir nach Pat Pong, zum Nightmarket. Der Nightmarket ist nicht nur ein Markt, auf dem es alles zu kaufen gibt. Um den Markt herum gibt es auch jede Menge Go Go Bars und wilderes. Nachdem wir für Edith eine echte originale schicke Omega für 1000 BHT erstanden haben und eine genau so echte originale Michael Kors Tasche für ebenfalls 1000 BHT, lassen wir uns in ein „Etablissement“ ziehen und machen hier unsere erste Erfahrung in routiniertem Touristenausnehmen. Nachdem uns eine Schleppern zu einem billigen Bier in einen echt wilden Stripschuppen gezogen hat, will man uns dort nach 10 Minuten eine satte Rechnung für das Zusehen präsentieren. Erst die Drohung, sofort die Polizei zu holen, wirkt und am Ende kommen wir mit einem etwas teueren Bier gut davon. Um eine Bangkok Erfahrung reicher.

Mit einem komfortablen Taxi geht es anschließend zurück ins Lebua. Wir haben gelernt. Taxi schlägt Tuk Tuk um Längen!

Trip 3 führt uns am nächsten Vormittag mit dem Express Boot (inzwischen routinierte Bangkok Touristen) schnell und günstig zum Wat Arun.

Der Wat Arun, der Tempel der Morgenröte, liegt am westlichen Ufer des Chao Phraya, wird also morgens von der östlichen Sonne über den Fluss geweckt. Der Wat Arun wurde bereits als Wat Makok zu Zeiten des Siamesischen Reichs gegründet und später weiter ausgebaut.

Mit einem Tuk Tuk fahren wir am Fluss entlang ein Stück nach Norden und kommen zum Wang Lang Market. Auf diesen Markt hatte sich Edith schon sehr gefreut und er ist wirklich interessant. Ein sehr ursprünglicher Markt mit relativ wenigen Touristen. In den teils von den Ständen überdachten Durchgängen ist sogar die Hitze einigermaßen zu ertragen. Wie üblich gibt es auf dem Markt alles. Vom Kinderspielzeug bis zum gegrilltem Fisch. Wir geniessen diesen Markt.

Danach fahren wir mit dem Express Boot ein paar Stationen nach Norden und sehen uns die viel gepriesene Khao San Road an. Hier sind wir etwas enttäuscht. Die Road ist eher etwas für gealterte Hippies und deren Nachfahren oder für junge Backpackers, weniger für uns. Also gehen wir zu Fuß weiter zum Demokratie Platz und nehmen uns von dort ein Taxi zu unserem Hotel. Erholung, Erfrischung, Duschen.

Zum Abendessen geht es wieder ins Little Dragon und danach gönnen wir uns einen Drink in der berühmten Sky Bar des Lebua. Berühmt ist diese Bar wohl vor allem wegen des hier gedrehten Kinofilms Hangover 2. Es gibt auch einen dazu passenden Drink dazu, den Hangoveriti. Zweites sehenswertes Highlight der Bar ist der grandiose Ausblick und die Kuppel des goldenen Dome auf dem Dach des Lebua. Dafür bezahlt man aber einen außergewöhnlichen Preis. Jeder Drink kostet ca. 1000BHT aufwärts, also rund 30€. Fotografieren ist nur gestattet, wenn man Kunde wird, auch Hotelgäste dürfen keine Fotos machen, ehe sie nicht an der Bar etwas getrunken haben. Barhocker gibt es keine. Der Gast soll ja trinken und nicht sitzen. Na ja. So sehen wir also diese berühmte Bar, zum Ersten und zum Letzten Mal.

Nach der Sky Bar fahren wir mit dem Taxi zum Nana Place, ein zweiter Versuch in Sachen Rotlicht. Nana Place entpuppt sich als sehr viel harmloser und interessanter als die gestrige Bar am Pat Pong Night Market. Hier können wir tatsächlich ohne Stress mit Abzockern einen Drink zu zivilen Preisen nehmen und beobachten das „Geschäftsgebahren“ zwischen interessierten nachfragenden Männern und anbietenden Frauen, sowie den unterstützenden Damen am Eingang der Bars. Edith ist etwas enttäuscht von der nüchternen Routine der geschäftlichen Verhandlungen, aber in Summe lernen wir mehr über diese Seite von Bangkok auf eine harmlose Weise.

Übrigens war Bangkok 2017 die meistbesuchte Stadt der Welt!! Etwa 20,5 Millionen Besucher waren in diesem Jahr in Bangkok. Es führt die Liste der Besucherzahlen noch vor London, New York, Barcelona usw. deutlich an. Rund 35 Millionen Touristen haben 2017 das Land Thailand besucht. Wie viel das mit den bekannten roten Vierteln in Bangkok, Pukhet etc zu tun hat, können wir natürlich nicht sagen. Auffallend ist für uns aber die hohe Zahl von westlichen älteren Männern und thailändischen jüngeren Frauen, die wir überall in Bangkok sehen.

Unser Trip 4 führt uns nach Ayutthaya. Über das Hotel haben wir uns einen Fahrer gemietet, der uns komfortabel im klimatisierten Auto nach Ayutthaya fährt und dort zu den 5 bekanntesten Sehenswürdigkeiten bringt.

Morgens um 8 geht es los. Die Fahrt vom Lebua nach Ayutthaya dauert rund 1,5 Stunden. Der Verkehr ist in Bangkok dicht, aber sobald wir auf der Autobahn sind, geht es gut voran. Im Freien ist es auch am Morgen schon heiß und schwül, wir schätzen die Klimaanlage sehr.

Ein Wort zur Geschichte von Ayutthaya. Ayutthaya liegt etwa 70 Kilometer nördlich von Bangkok und war von 1351 bis 1767 die Hauptstadt des früheren siamesischen Königreichs. 1767 wurde Ayutthaya von den Birmesen völlig zerstört und danach als Hauptstadt aufgegeben. Die wenigen erhaltenen Ruinen sind heute im sogenannten Geschichtspark Ayutthaya zur Besichtigung erhalten und geschützt. Übrigens, noch im 14ten Jahrhundert lag Ayutthaya in Küstennähe. Durch die Ablagerungen der zum Meer hin fließenden Flüsse ist die Küste immer weiter in die Ferne gerückt und heute fast 100 Kilometer südlich von Ayutthaya .

Unsere erste Station in Ayutthaya ist der Wat Chai Watthana Ram, eine seit 1767 verfallene Tempelanlage. Mit uns sind sieben Busse mit Schülern aus Bangkok, alle in Schuluniform, in der Tempelanlage unterwegs zu einem geschichtlichen Schulausflug. Die Lehrer sprechen übrigens hervorragendes Englisch.

Vom Wat Chai Watthana Ram geht es weiter zum Pratu Chai, dessen Attraktion ein großer liegender Buddha ist. Ähnlich dem Reclining Buddha in Bangkok, aber im Freien und nicht vergoldet, liegt der Buddha auf der Seite und strahlt seine Bewunderer an.

Die unvermeidbaren Elefanten für die Fototouren der Touristen warten arbeitslos in der Sonne.

Die nächsten Stationen im Geschichtspark sind der Wat Phra Si Sanphet, der Wat Maha That und der Wat Ratcha Burana.

Nach diesen fünf Sehenswürdigkeiten sind unsere kulturelle Aufnahmefähigkeit und unser klimatisches Durchhaltevermögen ausreichend getestet und ausgereizt und wir fahren gerne mit unserem Fahrer im kühlen Auto zurück nach Bangkok.

Die Erholungsstation im Lebua Hotel muss sein. Duschen, ab in den Pool, etwas Reclining, wie der Buddha, dann sind wir wieder fit für den weiteren Tag.

Zu Fuß gehen wir das kurze Stück zum Silom Village und streunen durch die Geschäfte. Zum Glück ist unsere shopping list schon weitgehend durch und die Kapazitäten der Koffer sind ja begrenzt 🙂 .  Auf dem Rückweg zum Lebua finden wir schließlich ein kleines italienisches Restaurant, das Torlente, in dem wir zu Abend essen. Im Lokal gibt es niemanden, der italienisch kann, aber das Essen ist tatsächlich sehr gut und irgendwie durchaus auch italienisch! Sogar die Bangkok Pizza schmeckt nach Pizza! Edith bekommt guten Rotwein und ich ein kühles Bier. Das Leben ist schön.

Einen Abend ohne Rooftop Bar mögen wir nicht, die Skybar im Lebua können wir uns nicht jeden Abend leisten, deshalb gehen wir an diesem Abend rüber ins Marriott in die Yao Rooftop Bar und sind sehr positiv überrascht. Der Ausblick auf die Stadt ist genau so gut, wie von der Skybar des Lebua, die Drinks sind dramatisch billiger (plus kostenlose Erdnüsse und Chips!) und man kann an Tischen sitzen! Sehr freundliches Personal und gute Live Musik tun ihr übriges und wir fühlen uns dort pudelwohl.  Diese Bar ist auch für den nächsten Abend vorgemerkt.

Trip 5: Auf dem Plan von Edith steht am nächsten Morgen ein nochmaliger Besuch des Wang Lang Market. Auf dem Weg zum Markt machen wir einen kurzen Stopp am Makkasan Bahnhof im 12Go Counter um unser Bahnticket für die Fahrt am nächsten Tag nach Ayutthaya zu prüfen. Wir haben von Ayutthaya nach Chiang Mai eine Nachtfahrt mit dem Sleeper, dem Schlafwagen, gebucht und kaufen ein Ticket vom Makkasan in Bangkok nach Ayutthaya. Danach geht es mit dem Taxi weiter vom Makkasan Bahnhof über den Fluß hinüber zum Wang Lang Markt.

Der Markt ist, wie schon bei unserem ersten Besuch vielfältig und interessant. Vom Pelzmantel für die kalten Tage 🙂 , bis zu Kinderspielzeug, alle Arten von Essbarem, und was immer man sich vorstellen kann, gibt es hier. Wir essen hier in einem Innenhof auch zu Mittag. Das Essen ist gut und die lokale Atmosphäre gefällt uns.

Danach ist wieder Pool angesagt und Abkühlen und Chillen, wie man heute so schön sagt.  Und abends, nach der guten Erfahrung vom Vortag, gehen wir wieder zum Marriott und seiner schicken Yao Bar oben auf dem Dach.

Freitag, unser sechster Tag in Bangkok und der Abreisetag für die Weiterfahrt nach Chiang Mai. Nach dem Check Out und dem Verstauen der Koffer shoppen wir noch ein wenig im Robinson Center, nicht weit vom Hotel, und erholen uns dann im kühlen Lebua bis zur geplanten Abfahrt.

Vorgesehen war, wie oben schon beschrieben, am Nachmittag mit dem Taxi zum Makkasan Bahnhof zu fahren und von dort mit dem Zug nach Ayutthaya um dort abends in den Sleeper umzusteigen. Dieser Plan scheitert jedoch bereits im Ansatz, weil sich kein Taxi findet, das uns am Nachmittag vom Lebua Hotel zum Makkasan Bahnhof bringen will. Auch das erfahrene Personal des Lebua schafft es nicht, einen Taxifahrer dazu zu überreden. Alle fürchten das Freitagnachmittag-Verkehrchaos dorthin. So bleibt uns am Ende nur umzuplanen und den Fahrer zu kontaktieren, der mit uns 2 Tage davor die schöne Ayutthaya Sightseeing Tour gemacht hat. Er selbst hat heute leider keine Zeit, aber er schickt einen anderen Fahrer, der uns kurzfristig für 2000 BHT vom Lebua direkt zum Bahnhof nach Ayutthaya fährt. Am Ende sind wir froh darüber. Das Auto ist bequem, kühl, wir werden abgeholt, am Bahnhof direkt abgesetzt und alles ist gut. Kein Stress mit einem womöglich überfüllten Zug, ausgefallener Klimaanlage und allem möglichen. Ja, zugegeben, wir genießen diesen Komfort.

Der Bahnhof in Ayutthaya ist eine Überraschung. Sauber, aufgeräumt, sehr gut organisiert, ein super Restaurant mit sehr gutem Essen. Sehr viel angenehmer als die Bahnhöfe in Bangkok, die wir gesehen haben. Dort lässt es sich völlig entspannt auf den Nachtzug warten.

Und auch unser Zug, der Sleeper, ist wirklich angenehm. Unsere 1st Class Kabine ist zwar klein, aber sauber, und ordentlich, hier halten wir die Nacht gut aus. Leider kann man das Fenster nicht öffnen, aber ansonsten ist alles perfekt. Runde 11 Stunden fahren wir durch die Nacht, bis wir morgens nach Chiang Mai kommen. Unterwegs geht es durch die Berge, manchmal auf richtigen steilen Serpentinen bergauf und bergab. Am Fenster kommen die in den Berg geschlagenen Wände der Strecke für den Zug ganz nah, man könnte sie fast berühren, wenn das Fenster zu öffnen wäre. Der Zug legt sich dann bei sehr langsamer Fahrt zur Seite, so dass die Koffer und alles, was nicht fest steht oder liegt anfängt herum zu rutschen.

Unterwegs sehen wir Reisfelder, Berge, kleine Seen, dschungelartige Wälder, einen Golfplatz, der aus dem Nichts plötzlich auftaucht, winzige Bahnhofsstationen zwischendurch, kurzum, eine interessante Fahrt.

Im nächsten Teil berichten euch wir von unserem Aufenthalt in Chiang Mai, im Norden Thailands, nahe dem Dreieck Thailand, Burma, Laos.

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